statt umzukehren, verdoppelte er den Schritt. „ Halt!"schrie der Zöllner abermals, wiewohl mit einem Tone,der vielmehr Zorn verkündete, als den Entschluß, sichGehorsam zu verschaffen; und da kein Gehorsam er-folgte, zuckte er die Achseln und ging in seinHaus zurück, wie Jemand, dem mehr daran gelegen,sich die Vorübergehenden nicht gar zu nahe kommen zulassen, als nach ihrem Thun und Treiben zu inqul-riren.
Die Straße innerhalb dieses Thores lief damalswie jetzt bis zu dem Kanäle, il Naviglio genannt, ge-rade aus: zur Seite befanden sich Hecken oder Mau-ern von Küchengarten, Kirchen und Kloster und nurwenige Häuser. Am Ende dieser Straße und in der Mit-te der dem Kanals zur Seite laufenden, erhob sich einKreuz, das Kreuz des heiligen Eusebius genannt.Und wie Renzo auch umhecspahte, mehr als diesKreuz erspähte er nicht. Als er den Kreuzweg erreichhatte und nach rechts und links sah, bemerkte er rechts,auf dem sogenannten Sankt Theresiengange, einengerade auf ihn zukommenden Bürger. „Endlicheine Ehristenseele!" sagte er bei sich und ging demFremden, in der Absicht, ihn anzureden, entge-gen. Der Fremde hatte auch ihn bemerkt undkam, ihn immer mit den Augen sixirend, seinesWeges näher; er sah mürrisch aus, ward esum so mehr, da er gewahrte, daß der Andere,anstatt auch seines Weges zu gehen, auf ihn zu kam.