Druckschrift 
3 (1828)
Entstehung
Seite
247
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Wache und lehnte kraftlos und nachlässig auf ihrerMuskete; hinter ihr ein Gatter von Latten und dichtdaran das Thor selbst, nämlich zwei hohe abstehendeMauern, worüber zum Schutze der Thorflügel einstarkes Wetterdach; die Thorflügel und auch die Thüredes Lattenverschlags standen weit auf. Gerade vorder Oeffnung war aber ein trauriges Hinderniß: einezur Erde niedergesetzte Bahre, worauf zwei Monattieinen Unglücklichen luden, um ihn fortzuschleppcn.Es war der oberste Zolleinnehmer, an dem sich nichtlange vorher die Pest kund gegeben hatte. Renzoblieb, des Ausgangs gewärtig, wo er war, und alsdie traurige Gruppe von dannen und Niemand kam,das Thor zu schließen, schien es ihm Zeit und ermachte sich schnell auf den Weg; die Wache rief ihmbarsch zu:Halt!" Er gehorchte, winkte dem Sol-daten , zog einen halben Dukaten aus der Tasche undzeigte ihn hin. Hatte der Soldat nun schon die Pestgehabt,. oder fürchtete er sie weniger als er den Du-katen liebte; kurz, er winkte Renzo'n, ihm dasGeld zuzuwersen, und als es ihm vor den Füßen fun-kelte , murmelte er: Lauf zu! " Renzo ließ sich soetwas nicht zweimal sagen, schritt durch Verschlagund Thor immer der Stadt zu, ohne daß Jemandihn zu bemerken, oder sich um ihn zu kümmern schien,und erst als er wohl vierzig Schritt weit war, ver-nahm er ein anderes:Halt!" das ihm ein Zöllnernachrief. Dieses stellte er sich nicht zu hären, und an-