Auch das Publikum verlor nach und nach, jcmehrNatürlicherwelse die Pest um sich griff, sich durchbloße Berührung und Umgang sichtlich mittheilte undnicht mehr, wie es eine Zelllang geschah, sich blosunter den Armen foctpflanzre, sondern auch nam-hafte Leute ergriff, jene Halsstarrigkeit im Läugnenund Bestreiten derselben.
Unter den bekannteren Personen, welchen sich dieAnsteckung mitlheilte, verdient Ludovico Settala undseine Familie besondere Erwähnung. Man wird viel-leicht von ihm gesagt haben: der arme, alte MannHarle doch Recht! Wer weiß es? — Er, seine Frau,zwei Söhne und sieben Dienstleute befiel das Uebel.Ec und einer der Söhne kamen mit dem Leben da-von, die Anderen büßten cs ein. Solche, in derStadt, in vornebmen Hausern eingetretene Falle,"sagt Tadino, „bestimmten die Vornehmen und dasVolk, in sich zu gehen, und die ungläubigen Aerz-te und der unwissende, verwegene Pöbel, singen an,grimmige, zerknirschte Gesichter zu machen." DieUmwandlung, Enttäuschung, das Rache-Gefühl, sozu sagen, überwundener Starrsinn sind gewöhnlichder Art, daß man wünschen möchte, sie hätten sichbis zum Aeußersten gegen Vernunft und Thatsachenaufgelehnt und gehalten: auch diesmal war es der Fall.Diejenigen, welche so lange Zeit entschlossen wider-sprochen hatten, daß hei ihnen, unter ihnen der Keim eines