Druckschrift 
3 (1828)
Entstehung
Seite
168
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muthes zu seyn, allgemein, wie Ripamonti sagt,Vaterlandsverräther genannt zu werden.

Minder heftiger Haß wurde auch den andern Aerz-ten zu Theil, die, gleich ihnen, von der Wirklichkeit derSeuche überzeugt, Vorsicht predigten und sich vergebensbemühten,Anderen die ihnen inwohnende, traurige Ge-wißheit mitzutheilen. Die Eemäßigtsteffbeschuldigtensie nur des Eigenwillens und der Leichtgläubigkeit; dieMehrzahl aber legte ihr Betragen für offenbaren Be-trug, angezettelte Kabale aus, von der Furcht desPublikums Vortheil zu ziehen.,. Der fast achtzigjäh-rige Ludovico Scttalagewesener Professor der Mc-dicin an der Universität Padua, dann Professor derMoralphilosophie in Mailand, Verfasser vieler, da-mals hochberühmtcr Werke, den man von den Uni-versitäten Ingolstadt, Pisa, Bologna, Padua, vergebenszu gewinnen gesucht hatte, war gewiß einer der urlheil-fähigsten Männer seiner Zeit. Es gesellte sich seinemRuhme als Gelehrter, Ruhm als Mensch, der Be-wunderung, Wohlwollen, wegen seiner außerordentli-chen Großmuth im Behandeln der Armen; was daSGefühl unserer Achtung für ihn und alle seine Ver-dienste trübt und mindert, sie damals aber nur stär-ker und allgemeiner machen mußte: der arme Mannhuldigte den zu seiner Zeit gewöhnlichen, furchtbarstenVorurtheilen, verschuldete manche bittere Wehklagen.Wie groß aber auch der Ruhm war, dessen er genoß,»r genügte nicht allein nicht, die öffentliche Meinung