wartet, bis ihr zehn oder zwanzig seyd, und michzusammen fortbringen könnt, daß ich nicht ganz ver-lassen bleibe. Wollt Ihr mich ili der Gewalt derTeufel lassen? Wißt Ihr nicht, daß alle Lutheranersind, die ein gutes Werk zu stiften glauben, wenn sieeinen Priester ermorden? Wollt Ihr mich hiervonihnen martern lassen? Ach, weiche Menschen! wel-che Menschen!"
Zu wem sagte er denn aber das alles? Zu Leu-ten, die, niedergedrückt von der Last ihrer geringenHabe, mit dem Gedanken an alles, was sie derPlünderung Preis gaben, vorbei liefen. Der triebseine Kuh vor sich hin, der schleppte sich hinter seineebenfalls übermäßig beladenen Kinder drein, uttd dieFrau trug die kleinsten, die noch nicht laufen konn-ten, auf den Armen. Einige rannten vorbei, ohnezu antworten, ohne empor zu sehen; ein Anderersagte: „Ei, Herr! macht Euch, so gut Ihr könnt,aus dem Staube; Ihr seyd glücklich, Ihr habt fürkeine Familie zu sorgen; helft Euch, bemüht Euch."
„O weh mir!" rief Don Abbondio: „WelcheLeute! Welche Herzen! Kein Erbarmen: Zederdenkt nur an sich, an mich will kein einziger den-ken. " Er suchte abermals Perpetuen.
„ Gleich, gleich," sagte sie - „ und bas Geld ?"
»Ja, wohin damit?"
„Gebt es mir; gebt, behaltet ein paar Saldifür den Nothfall; laßt mich für das andere sorgen."
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