Gewalthaber, gewohnt mit einer herausforderndenSchaar Brav! umherzuwandeln, gingen jetzt fast ganzallein, mit gesenktem Haupte, schienen in ihren Ge-sichtszügcn Frieden zu verlangen und zu bieten. An-dere, die im Glücke menschlicher, freundlicher gesinntwaren, sich betragen hatten, zeigten sich bestürzt,verwirrt, gleichsam überwältigt vom unaufhörlichenAnblick solcher Noth, die nicht nur die Möglichkeitaller. Hülfe überstieg, sondern selbst die Kräfte desMitleidcns überbot. Wer etwas zu geben hatte,mußte doch einen traurigen Unterschied machen zwi-schen Hunger und Hunger, Noth und Noth. Kaumward bemerkbar, daß eine milde Hand sich für dieeines Nothleidcnden austhat, so versammelte sichrings umher ein Haufen anderer Unglücklicher; die,welche noch die meisten Kräfte besaßen, drängten sichvor und baten dringender; die Entkräfteten, Greise,Kinder erhoben ihre dürren Hände, Mütter erhobenin der Ferne ihre weinenden Säuglinge und strecktensie, nur halb in die,zerrissenen Windeln gewickelt, zusam-mengekrümmtvor,Mattigkeit, wie sie waren, entgegen.
So verging Winter und Frühling: das Sani-tattribunal hatte schon seit einiger Zeit dem Pro-vianttribunale die dringende Gefahr ansteckenderSeuche, die der Stadt von solchem, in ihr zusam-mengedrängten, grenzenlosen Elende drohe, vorge-stellt; vorgeschlagen, daß man die hcrumziehendenBettler in verschiedene Hauser ausnehme. Während