Druckschrift 
3 (1828)
Entstehung
Seite
63
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digkeit zu seinem Sekretair, sich den Brief von ihmverdollmetschen und den Schlüssel zu einem so selt-samen Geheimnisse geben zu lassen. In dem Briefebeschrieb Agnesens Sekretair, nach einigen Klagenüber die Unverständlichkeit dessen, dem er antwortete,zum Wenigsten auf gleich jämmerliche Weise, dasfurchtbare Geschick jener Person (so sagte er), gabRechenschaft von den fünfzig Scudi und ging endlich,mit vielen Umschweifen, auf den Punkt des Gelüb-des über, indem er mit bestimmteren, deutlicherenAusdrücken den Rath hinzufügte, sich darein zu er-gebe» und nicht weiter an die Sache zu denken.

Es fehlte wenig, so hätte sich Renzo an dem ver-doUmctschenden Leser vergriffen: er erbebte, entsetzte sich,wüthetc über das, was er verstanden, nicht minderüber das was er nicht verstanden hatte; ließ sich dieunselige Schrift wohl drei, viermal vorlesen, verstandjetzt besser, was er das vorigem«! nicht verstandenhatte, jetzt erschien ihm wieder dunkel, was ihm vor-her klar gewesen war. Und in diesem Sturme derLeidenschaften wollte er, daß der Sekretair sogleich wie-der die Feder ergriff, und antwortete. Nach den aller-stärksten Ausdrücken von Mitleid und Entsetzen, dieihm Luziens Geschick erregte, sagte er zu dem Schrei-ber:Schreibt Ihr, daß ich mich nimmermehr dreinergeben will und werde, daß das kein Rath ist,den man einem Burschen, wie mir, geben kann, daßich das Geld nimmermehr anrühren werde, daß