Druckschrift 
3 (1828)
Entstehung
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der den Cardinal im ersteren ersuchte, die Mutter Lu-ziens zur Annahme in der Geldrolle befindlicher hun-dert Gold-Scudi zum Hochzeitgeschenk für das Mäd-chen oder zu sonstigem, in Beider Belieben stehendenZwecke, zu bewegen. Er bat, ihnen ferner zu sa-gen: glaubten sie jemals, er vermöge ihnen einenDienst zu erzeigen, so wisse das arme Mädchen nurzu gut, wo er wohne, und ihm würde cs ein sehr er-sehntes Glück seyn. Der Cardinal schickte nach Ag-nesen, theilte ihr den Auftrag mit, den sie mit glei-chem Erstaunen wie Entzücken vernahm, und übergabihr das Geld, das sie sich ohne lange Weigerungen indie Hand legen ließ. Gort vergelte es dem Herrn,"sagte sie,danken Euer Gnaden ihm tausend, tau-sendmal, und sagen ja Niemand etwas davon, dennin dem Dorfe.... Ach, verzeihen mir Euer Eminenz,was rede ich auch da! Ich weiß wohl, daß ein so vor-nehmer Herr nicht von solchen Dingen plaudern wird;aber - der gnädige Herr wird mich schon ver-

stehen."

Sie ging still und leise nach Hause, schloß sichin ihre Kammer ein, schüttete die Rolle ans undsah nun, wie sehr sie auch auf den Anblick vorberei-tet war, voller Verwunderung den großen, ihr ge-hörigen Haufen Goldstücke an, von denen sie niemalsmehr als eines und auch das nur sehr selten, gesehenhatte. Sie zahlte sie, quälte sich lange, sic wiedereinzupacken und alle hundert Stück in eine Reihe ne-