Druckschrift 
3 (1828)
Entstehung
Seite
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bittere Vorwürfe auf Euer graues Haupt laden zumüssen, ob ich mich nicht um so viel lieber mit Euch,nach unfern gemeinschaftlichen Sorgen und Leiden,im Gespräche von der seligen Hoffnung, der wir Beideschon so nahe sind, getröstet hatte. Der Himmel ge-be, daß die Worte, deren ich mich mit Euch bedienenmußte, für uns Beide Früchte tragen! Ihr werdet nichtverlangen, daß er mich dereinst an jenem Tage zur Redestelle, Euch ein Amt gelassen zu haben, das Ihr aufso unselige Weise vernachlässigtet. Theilcn wir unsereZeit ein! Mitternacht ist nicht fern; der Bräutigamnaht; sorge ein Jeder, daß sein Licht leuchte! Brin-gen wir Gott unsere bülssbedürftigen, sündigen Her-zen dar, daß seine Milde sie mit der Menschenliebeerfülle» die die Vergangenheit sühnt, die Zukunft er-hellt, die Furcht und Vertrauen, Freude und Trauerin uns mit Weisheiteint; die immerdar dieTugendenin uns erweckt, deren wir bedürfen!"

Nack diesen Worten entfernte er sich, und DonAbbondio folgte. Obgleich diese Unterredung nickt dieeinzige war, welche zwischen den beiden Männern Stattfand; Luzia nicht der einzige Gegenstand ihrer Unter-redungen : so müssen wir doch die anderen hier vcr-läugnen, um nicht zu sehr von dem Hauptgegenstandeunserer Erzählung abzuweichcn. Aus eben diesemGrunde lassen wir auch alles, noch so Bemcrkens-werthe, unberührt, was Friedrich im Verlaufe dieserKirchcnvisitalion sagte und that: seine Freigebigkeit