Druckschrift 
3 (1828)
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

32

daß dieser Mensch, der so kühn war, es nicht bei wei-tem minder geworden scyn würde, hätte er gewußt,daß seine Schliche anderwärts, daß, sie mir bekanntwaren, daß ich wache und entschlossen sey, zu Eu-rer Werthcidigung alle Mittel auszubieten, die in mei-nen Kräften standen? Wißt Ihr nicht, daß, wennder Mensch nur allzuoft mehr ver'pricbt, als er zuhalten vermag, er auch ni t selten mehr als ervollbringen kann, androht? Wißt Ihr nicht, daßdie Lasterhaftigkeit nicht blos auf ihren eigenen Kräf-ten beruht, sondern auch eben so'sehr auf demSchwachmulhe, dem Schrecken Anderer?"

Gerade was Perpetua sagte,"dachteDon Abbondio abermals, ohne zu bedenken, daß ge-rade dieses besondere Zusammentreffen der MeinungenFriedrich Borromco's und seiner Magd, bei Betrach-tung dessen, was er hätte lhun sollen und können,sehr wider ihn zeuge.

Ihr aber," fuhr der Cardinal fort und schloß,habt nichts weiter gesehen, nichts weiter sehen wol-len, als zeitliche Gefahren, kein Wunder also, wennsie Euch so groß erschienen, daß Euch nichts außerihnen beachtenswerth blieb!"

Habe ich sie doch auch gesehen, die Gesichter, "brach Don Abbondio unwillkührlich aus,habe ihreWorte gehört. Euer Eminenz baben gut reden; aberman muß sich nur in die Haut eines armen Geistli-chen denken, man muß so etwas selbst erlebt haben."