Sie erneute ihre Freundlichkeiten und Verheißungenund sagte, sie sollten bald einen Brief für seine Emi-nenz empfangen. Als die Frauen sich wieder entfernthatten, mußte Don Ferrante, der, wie wir naherberichten werden, Gelehrter war, und dessen sie sichin wichtigen Angelegenheiten als Sekretäres bediente,den Brief aufsetzcn. Don Ferrante bot, bei einemAufträge dieser Art, allen seinen Witz auf und em-pfahl der Ehegenossi'n, als er ihr sein Koncept zumAbschreiben überbrachte, die genaueste, ängstlichsteRechtschreibung; denn diese war eine der vielen schö-nen Sachen, die er studirte, und eine der wenigen,über die er das Regiment im Hause führte. DonnaPraxedia schrieb den Brief mit außerordentlichemFleiße ab und sandte ihn nach dem Hause des Schnei-ders , was zwei bis drei Tage früher geschah, alsdie vom Cardinal abgeordnete Sänfte kam, die Frau-en nach Hause zu tragen.
Da sie, bevor er sich zur Kirche begeben hatte, an-langten, stiegen sie vor dem Pfarrhause ab. Es war Be-fehl gegeben, sie unverzüglich einzusühren; der Kaplan,der sie zuerst wahrnahm, that es, und hielt sie nurso lange auf, sie in aller Geschwindigkeit ein wenigwegen des mit dem Cardinale zu beobachtenden Zere-moniels und der ihm zu crtheilenden Titel, in dieSchule zu nehmen; was er, konnte er cs heimlichfür sich thun, bei keiner Gelegenheit unterließ. Eswar dem armen Manne ein immerwährendes Kreuz