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Praxedia vernahm, daß der Cardinal sich verbindlichgemacht babe, Luzien einen Zufluchtsort zu bereiten,erbot sie sich, von dem Verlangen angetrieben, diesegute Absicht sowohl zu befördern, als zu vereiteln, dasMädchen zu sich zu nehmen, wo sie keine weiterenDienste verrichten solle, als stricken, nähen und spinnen.Sie fügte hinzu, sie werde den Cardinal davon inKenntniß setzen.
Außer dem unmittelbaren, hauptsächlichen Wohle,das ein solches Werk stiftete, sah Donna Praxedia inihm, setzte sich bei ihm, noch ein anderes, nach ihremDafürhalten Bedeutenderes vor: cinGemüth» das sehrirre, zu leiten, ihm den rechten Weg zu offenbaren.Gleich nach den ersten Worten, die sie über Luzienvernahm, hatte sie die Meinung gefaßt: ein Mäd-chen, das sich einem Taugenichtse, einem Vöscwichte,einem Galgenstricke verloben könne, müsse doch einwenig verschroben seyn, es müße mit ihrer Seele ir-gend einen vvrborgenen Haken haben. Gleiches geselltsich Gleichem! Luziens Besuch hatte diesen Argwohnbestätigt. Nicht etwa, daß sie ihr nicht im Grundefür ein geartetes Mädchen erschienen wäre; aber esmochte doch nicht Alles seyn, wie cs seyn sollte.
Das gesenkte Köpfchen, das der Halsgrube zuge-senkte Kinn, das Antwort - schuldig-bleiben, dassäumige, gleichsam erzwungene, Antworten, moch-ten immer Schaamhaftigkeit andeuten; verriethenaber sicherlich vielen Eigenwillen: es bedurfte gar