Druckschrift 
3 (1828)
Entstehung
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zum Wohlthun geneigte Edelfrau. Wohlthun istnun zwar das Edelste, was der Mensch thun kann,er kann es aber auch, wie alles Andere, verpfuschen.Um Anderen wohlzuthun, muß man Anderer Wohlkennen; alles, was wir kennen, demnach auch An-derer Wohl, sehen wir nur in dem Lichte unsererLeidenschaften, unserer Neigungen, unserer Gedan-ken , und um diese sieht cs manchmal narrisch genugaus. Mit den Gedanken hielt es Donna Praxedia,so wie man, wie es heißt, cs mit Freunden haltensoll: sie hatte wenige, war diesen wenigen eifrig er-geben. Unter den wenigen waren unglücklicherweiseeinige verdrehte, und zufälligerweise war sie diesengerade nicht am Wenigsten ergeben. Es geschah also,entweder, daß sie Etwas für Wohlkhun hielt, wases nicht war, oder daß sie Mittel anwendete, dieeher den entgegengesetzten Zweck beförderten, oderdaß sie unerlaubte Mittel, zufolge des irrigen Ge-dankens, daß der Zweck alle Mittel heilige, fürerlaubt hielt. Es geschah, daß sie bei dem, wassie that, Manches übersah, Anderes zu sehen wähnte;es geschahen manche andere, ähnliche Dinge, die ge-schehen, und zwar einem Jeden, dem Besten, gesche-hen können, der Donna Praxedia aber leider allzuoftund oft sogar alle zugleich geschahen.

Als sic Luziens wunderbares Geschick und alles,was man sich bei dieser Gelegenheit von dem Mäd-chen erzählte, vernahm, bekam sie Neugierde, sie zu