köpfig, jähzornig; mußte aber auf umständlichere,bestimmtere Fragen doch erwiedern, er sey ein recht-schaffener Mensch, und er selbst begreift nicht, wiederselbe in Mailand alle die Teufeleien, die man ihmnachsage, haben begehen können.
„Was das Mädchen anlangt," fuhr der Cardi-nal fort: „glaubt Ihr denn wohl, daß sie jetzt sicherin ihrem Haufe sey?"
„Jetzt," entgegnete Don Abbondio, „jetzt kannsie in guter Ruhe hier seyn; aber," fügte er miteinem Seufzer hinzu, „Eure Eminenz müßten im-mer hier oder wenigstens in der Nähe bleiben,-"
„Der Herr ist immer nah," sagte der Cardinal,„doch will ich sie in Sicherheit bringen." Er gabBefehl, morgen bei Zeiten eine Sänfte mit Bedeck-ung, die beiden Frauen zu holen, abzusenden; undDonAbbondio ging sehr zufrieden, daß er der Verlob-ten erwähnt hatte, ohne ihn wegen seiner Weigerung,sie zu trauen, zur Rede zu stellen. „Also weiß erdoch nichts," sagte er bei sich: „Agnes hat geschwie-gen: Wunder! Sie haben sich noch nicht gesehen;will ihr schon nochmals Alles einprägen, will sie schonabrichten." Der arme Mann wußte nicht, daßFriedrich nur deshalb nicht von der Sache angefangenhatte, um sie bei mehr Muse, längere Zeit mit ihmabzuhandeln, und, ehe er ihm, was ihm gebührte,werden lasse, seine Gründe anzuhöre».
Die Gedanken des guten Prälaten über Luzicns