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4 (1852)
Entstehung
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verdorbener Baumwolle gelegt hatte, die ihm zum Kopfkissen diente,„ist das Beste, was ich für Dich thun kann."

Tom dankte ihr, und die Frau setzte sich auf den Boden, zogihre Knie herauf, umschliß sie mit ihren Armen und sah starr vorsich nieder mit einem Kittern, peinlichen Ausdruck ihres Gesichts.Ihre Haube stet ihr vom Kopfe und lange Flechten schwarzen Haarsumschlossen ihr cigentbümliches melancholisches Gesicht.

„Es nützt nichts, mein armer Bursche," sagte sie endlich, „esnützt nichts, was Du da zu thun versuchst. Du bist ein braverMensch — Du hattest das Recht auf Deiner Seite, doch es ist Allesvergebens, was Du zu kämpfen versuchst. Du bist in den Händendes Teufels, er ist der Stärkere, und Du mußt es aufgcben."

Aufgeben! Hatte nicht menschliche Schwäche und körperlicherSchmerz ibm das schon vorher zugeflüstcrt? Tom fuhr zusammen,denn das bittere Weib mit ihren wilden Allgen und ihrer melancho-lischen Stimme schien für ihn die Verkörperung der Versuchung zusein, die er sich lange fern gehalten hatte.

„O Herr, Herr!" stöhnte er, „wie kann ich es aufgeben!"

„Es nützt nichts, den Herrn anzurufcn — er Hort Dich nie!"sagte die Frau ernst. „Es gicbt keinen Gott, glaube ich; oder wen»es einen giebt, ist er gegen uns. Alles ist gegen uns, Himmel undErde. Alles stößt uns zur Hölle. Weshalb solle» wir nickt gehen?,"

Tom schloß die Augen und schauderte über die finstern, atheisti-schen Worte.

„Du stehst," sagte das Weib, „Du weißt nichts davon —aberich. Ick bin seit fünf Jahren hier, Leib und Seele unter den Füßcudieses Mannes, und ich hasse ihn, wie den Teufel; Du bist hier aufeiner einsame» Pflanzung, zehn Meilen von jeder andern in denSümpfen; kein Weißer hier, der bezeugen könnte, wenn Du lebendigbegraben würdest — in Stücken gehauen — den Hunden vorgcwor-fen, oder aufgehängt und zu Tode gepeitscht. Hier ist kein Gesetzvon Gott oder den Menschen, das Dir oder Einem von uns das ge-ringste Gute tbun kann, und nichts auf Erden ist diesem Menschenzu schlecht, es nicht zu tbun. Ich könnte Jedermanns Haar sträubenmachen und die Zähne klappern, wenn ich nur sagen wollte, was ichhier gesehen und erfahren habe — Widerstand nützt nichts! Wollteich mit ihm leben? War ich nicht ein Weib, in zarter Pflege aufge-