33
Tom nahm schweigend seine Arbeit wieder vor, aber die Frau,die schon vorhin der Erschöpfung nahe gewesen war, wurde ohn-mächtig.
„Ich will sie schon wieder zu sich bringen," sagte der Aufsehermit rohem Grinsen, „ich will ihr Besseres, als Kampher, geben I"und eine Nadel aus seinem Nockärmcl nehmend, stieß er sie ihr bis an denKnopf in das Fleisch. Das Weib stöhnte und richtete sich halb indie Höhe. „Auf, Du Biest, und arbeite, oder ich will Dir nochEins versehen!"
Die Frau schien für einige Augenblicke zu übernatürlicher Kraftaufgeslachelt zu sein und arbeitete mit verzweifelter Hast.
„Siehe, daß Du Deinen Thcil thust," sagte der Mann, „oderDu wirst beute Abend wünschen, todt zu sein, denke ich!"
„Das wünsche ich jetzt," hörteTom sie sagen und dann: „AchHerr, wie lange? Ach Herr, weshalb Du nicht hilfst uns?"
Auf die Gefahr hin, daß er dafür dulden müßte, trat Tom wie-der zu ihr und that alle Baumwolle aus seinem Sack in den ihrigen.
„O, Ihr müßt nicht! Ihr wißt nicht, was sic Euch thun,"sagte das Weib.
,,Jcl> kann cs ertragen," sagte Tom, „besser als Du." Under ging wieder an seinen Platz.
Alles geschah in einem Augenblick.
Plötzlich erhob die fremde Frau, die wir beschriebe» haben, unddie bei ihrer Arbeit nahe genug gekommen war, Tom's letzte Wortezu hören, ihre schwarze» Augen, heftete sie eine Sccunde auf ihn,dann nahm sie einen Theil Baumwolle aus ihrem Korbe und legteihn in den scinigen.
„Du weißt nichts von diesem Ort," sagte sie, „sonst würdestDu das nicht getban haben. Bist Du hier eine» Monat, wirst DuNiemand mehr helfe»; Du wirst es hart genug finden, für Deineeigne Haut zu sorge»."
„Bebüte der Herr, Missis!" sagte Tom, unwillkürlich gegenseine Mitarbeiterin die ehrerbietige Benennung gebrauchend, die ergegen die Höhcrgebornens mit denen er gelebt hatte, gewohnt war.
„Der Herr kommt nie hierher," sagte die Frau bitter, währendsie behend in ihrer Arbeit fortfuhr; und wieder verzog das höhnischeLächeln ihre Lippen.