Druckschrift 
3 (1852)
Entstehung
Seite
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worden; Du mußt Dich nicht zu so finstern Gedanken gehen lassen.Sieh hier; ich habe Dir diese kleine Statue gekauft."

Nein, nein," sagte Eva, das Geschenk sanft zurückweiscnd,täusche Dich nicht. Ich bin nicht Wähler; ich weiß das sehr gut,ich bin auch nicht nervenschwach und nicht niedergeschlagen. Wärees nickt Deinetwegen, Papa, und wegen meiner Freunde, so würdeich mich ganz glücklich fühlen. Ich wünsche zu gehen ich sehnemich danach!''

Ach, Kind, was hat Dein kleines Herz so trübe gemacht? Duhast ja Alles erhalten, was Dich glücklich macken könnte."

Ich möchte aber dock lieber im Himmel sein, nur wegenmeiner Freunde wollte ich leben. Es gicbt hier eine Menge Dinge,die mich traurig machen, die mir fürchterlich erscheinen. Ich möchtelieber dort sein, aber ich will Dich auch nicht verlassen; das brichtmir beinahe das Herz!"

Was machtDich traurig und erscheint Dir fürchterlich, Eva?"

Ach, Dinge, die alle diese Zeit gethan und wieder gethanwerde». Ich fühle mich traurig wegen unserer armen Leute; sielieben mich Alle, und sie sind Alle gut und freundlich gegen mich.Ich wünschte, Papa, sie wären Alle frei."

Wie, Eva, Kind, glaubst Du nicht, daß sie es jetzt gut genughaben?"

Ja, aber Papa, wenn Dir irgend etwas zustießc, was würdedann aus ihnen? Es sind Wenige so, wie Du, Papa. Onkel Alfredist nicht so, und Mama auch nicht; und dann denke nur an den Be-sitzer der armen alten Prue! Was für entsetzliche Dinge thun dieMenschen und können sic thun!" Und Eva schauderte.

Mein liebes Kind, Du bist so gefühlvoll. Es thut mir leid,daß ich Dich jemals solche Geschichten hören ließ."

Ach, das ist's ja eben, was mich beunruhigt. Du willst, daßich glücklich leben, nie einen Schmerz haben, selbst nicht einmal trau-rige Geschichten Horen soll, während andere arme Geschöpfe all ihrLeben lang nichts als Leiden und Kummer haben; Las sieht so selbst-süchtig aus. Ich mußte solche Dinge Horen, ich mußte dabeifühlen. Sie drangen mir immer tief in das Herz, und ich habe vieldarüber gedacht. Papa, giebt es denn keinen Weg, alle Sklaven freizu machen?"