Druckschrift 
3 (1852)
Entstehung
Seite
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Ganz gewiß," sagte Georg.Onkel Tom wird siel, rechtfreuen, von uns zu hören. Ich gehe gleich iiüs Haus nach Federund Tinte."

Ja, Mas'r Georg, Ihr gehn, und ick, heben auf Euch einStückchen Huhn oder sonst so was; Sie nicht haben werden vielmehr Abendessen bei ihr arm alt Tante."

Zweiundzwanzigstes Kapitel.

Vas Gras verdorrt, die Vlume verwelkt.

Das Leben vergeht uns Allen einen Tag nach dem andern; soverging cs für unfern Freund Tom, bis zwei Jahre dahin waren.Obgleich cr von alle dem getrennt war, was seine Seele theuer hielt,und obgleich er sich oft »ach dem sehnte, was hinter ihm lag, sülcktecr sich doch nie wirklich elend; denn so stark ist die Harfe des mensch-lichen Gefühls besaitet, daß nur ein Schlag, der jede einzelne Saitezerreißt, ihre Harmonien gänzlich zerstören kann, und indem wir zu-rückblicken auf Zeiten, welche uns in der Erinnerung als die der Ent-behrung und Versuchung erscheinen, können wir uns doch erinnern,daß jede Stunde, indem sie dahinglitt, ihre Zerstreuungen und Er-leichterungen brachte, so daß wir, wenn auch nicht ganz glücklich,ebenfalls nicht ganz elend waren.

Tom las in seinem eignen Lesecabinet von Einem, der gelerntbatte, in was für einem Stande er auch sei, zufrieden damit zu sein.Das schien für ihn eine gute, vernünftige Lehre und stimmte ganzmit den Gedanken überein, die cr aus eben diesem Buche zu schöpfengewohnt war.

Sein Brief in die Heimath wurde, wie wir im letzten Kapitelerzählten, zur gehörigen Zeit von Äastcr Georg mit einer guten großenSchulknabcnhand beantwortet, von der Tom sagte, er könne sie lesenbeinahe durch das ganze Zimmer". Der Brief enthielt verschie-dene ausführliche Nachrichten von Hause; cr erzählte, wie TanteChloe an einen Pastctenbäcker in Louisville vermiclhet worden wäre,wo ihre Geschicklichkeit ungeheuer viel Geld verdiente, welches, wie