hin, ohne eine Miene zu verändern. Sie begnügte sich zu sagen:„Es freut mich, daß Du so fühlst, lieber Henriquez! Ich hoffe, Duwirst Dich dessen erinnern."
Die Eßglocke machte dieser Unterredung ein Ende.
Vierundzwanzigstes Kapitel. '
Vorzeichen. !
Zwei Tage nach dem Erwähnten reisten Alfred St. Cläre und -
Henriquez ab, und Eva, die durch die Gesellschaft ihres jungen Vetterszu Anstrengungen über ihre Kräfte gereizt worden war, begann schnellmatter zu werden. St. Cläre willigte endlich ein, ärztliche Hülfe inAnspruch zu nehmen; eine Sache, vor der er bisher immer zurückge-schreckt war, weil sie das Zugeständniß einer unwillkommenen Wahr- -heit enthielt-, aber einen oder zwei Tage lang war Eva so unwohl,daß sic das Zimmer hüten mußte, und der Doctor wurde gerufen.
Marie St. Cläre hatte auf des Kindes allmälig dakinschwin-dendc Gesundheit und Kraft nicht geachtet, weil sie durchaus damitbeschäftigt war, zwei oder drei neue Formen des Unwohlseins zu stu-diren, deren Opfer sie selbst zu sein glaubte. Marie'S erster Grund-satz war der Glaube, daß Niemand je so leidend gewesen sein könnte,wie sic selbst, und deshalb wies sie beinahe unwillig jede Möglichkeitzurück, daß irgend Jemand in ihrer Umgebung krank wäre. Ineinem solchen Falle fühlte sic sich immer überzeugt, daß cs nichts sei,als Trägheit oder Mangel an Kraft, und daß, wenn jene die Leidenauszustehen hätten, wie sic, sie bald den Unterschied einsehenwürden. l
Miß Ophelia hatte mehrmals versucht, ihre mütterlichen Besorg-nisse über Eva zu Wecken, doch vergebens. j
„Ich sebe nicht, daß dem Kinde irgend etwas fehlt," pflegte siczu sagen. „Sic läuft umher und spielt." !
„Aber sie hustet."
„Hustet l'jSic brauchen mir vom Husten nichts zu sagen. Ichbin mein ganzes Leben lang dem Husten unterworfen gewesen. Als