Druckschrift 
3 (1852)
Entstehung
Seite
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St. Cläre dachte in seinem Herzen, das wäre wahrscheinlich nureine der gewöhnlichen Redensarten gutmüthigcr Sclavcnbesitzcr,durch welche sie den Abscheu ihrer Sclaven vor dem Gedanken, ver-kauft zu werden, zu mildern bemüht sind, ohne irgend eine Absicht,die auf solche Weise erweckte Hoffnung zu verwirklichen. Aber ermachte darüber keine laute Bemerkung, sondern befahl nur Tom,die Pferde zu einem Spazierritte zu bringen.

Tvm's Brief wurde für ihn in gehöriger Form noch an dem-selben Abend geschrieben und sicher auf die Post gebracht.

Miß Ophelia beharrte in ihren Arbeiten der Leitung des Haus-wesens. Allgemein stimmten alle Diener, von Dinah bis zum klein-sten Bengel hinab, darin überein, baß Miß Ophelia sehrcurrjos"sei, ein Ausdruck, durch welchen südliche Haussclaven andeuten, daßIhresgleichen oder Bessere ihnen nicht gefallen.

Der höhere Zirkel in der Familie, das heißt Adolph Jane undRosa, stimmten darin überein, daß sie keine Lady sei; denn Ladiesarbeiteten nie, wie sie that; sie hätte dazu gar nicht das Wesen; siewunderten sich, daß sie eine Verwandte der St. Clare's sein sollte.Selbst Marie erklärte, es sei förmlich ermüdend, Miß Ophelia fortlwährend so thätig zu sehen. Und in der That gab Miß OpheliaVeranlassung zu dieser Klage. Sie nähte und stickte von Tagesan-bruch bis zum Abend mit dem Eifer eines Menschen, der durch diedringendste Nothwendigkeit dazu gezwungen wird. Und wenn dasLicht schwand und die Arbeit bei Seite gelegt wurde, kam sogleichdas stets bereite Strickzeug zum Vorschein, und sie strickte so schnell,wie je. Cs war wirktich eine Arbeit, sie zu sehen.

Zwanzigstes Kapitel.

SoM.

Eines Morgens, als Miß Ophelia bei einer ihrer häuslichenBeschäftigungen thätig war, rief St. Cläre unten an der Treppe:Kommen Sie herab, Cousine, ich habe Ihnen etwas zuzeigen."

Sklaverei »e. III. »4 -