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2 (1855)
Entstehung
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Ruhe der kirchlichen Feier auf sein Herz, und die Freundlichkeit diesesTempels gefiel ihm so, daß er später noch mehrere Male freiwillig hinging, und andächtig da stand, ja andächtiger, als viele andere, die zurFeier des Gottesdienstes gekommen waren. Den Greis aber hatte ernicht mehr gesehen.

Da er nach langer Zeit wieder ein paar Male hinter einander in derKirche gewesen war, und den alten Mann nicht gesehen hatte, würde sichwahrscheinlich die Gewohnheit, gerade zu dieser Zeit in diese Kirche zugehen, wieder verloren haben, wenn sich nicht etwas zugetragen hätte,das der Sache eine andere Gestalt gab.

Es geschah eines Tages, daß man an dem Kirchcnpflafier des Haupt-schiffes etwas ausbesserte, und deßhalb einen Querbalken über denHauptgang zwischen den Stühlen gezogen hatte. Hierdurch wurde einealte schwarz gekleidete Frau, die Hugo schon öfter bemerkt hatte, daß sieimmer vorne am Platze gegen den Hochaltar kniete, verschleiert war undfast beständig die letzte, von einem graugekleideten Mädchen begleitet, dieKirche verließ, genöthigt, in dem Seitengange der Kirche fast an derWand derselben zum Thore zurück zu gehen. Hiebei kam sie an Hugovorüber. Sie hatte heute den Schleier nicht über das Gesicht herab gelas-sen, und da sie näher kam, bemerkte er, daß aus den alten und altmodischgeschnittenen schwarzen Kleidern, die sich überall ungeschickt bauschten, einganz junges Angesicht mit schönen großen Augen blicke. Er war betrof-fen und sah sie an. Sic sah ihn auch einen Augenblick an, daun zog sieden Schleier herab, und ging hinaus. Das grau gekleidete Mädchenging hinter ihr her. Dasselbe hatte die gewöhnlichen Züge einer Magd.

Hugo blieb noch eine Weile in der Kirche stehen. Wie gewöhnlichzu dieser Zeit verlor sich oben an den Fenstern das Sonnenlicht, und dieKirche wurde viel dunkler, als sie während des ganzen Gottesdienstes ge-wesen war. Das Gerüste der hohen Balken, die quer zwischen den Stüh-len gespannt waren, machten das Ganze noch nnwirthlichcr. Nach einerZeit schleppte sich neben Hugo ein Bettler hereiu, und ließ sich von seinenKrücken in einen Stuhl sinken, um zu beten. Hugo reichte dem verkrüp-pelten Manne eine Gabe und schritt dann durch das große Thor zurKirche hinaus.

Dies war die Ursache, daß Hugo am andern Tage wieder zur Kirchevon Sanct Peter ging. Es schien ihm aber, daß der Zweck, dcssentwillen