Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
Seite
285
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die Sache, die du lieben kannst?"-Aber die Sache hatte er nicht,

der Mahnung achtete er nicht, nnd so schleiften die Stunden hin, höch-stens, daß er in solchen Augenblicken nieder saß und an seinem Tagcbucheschrieb, das sonderbar genug, in lauter Briefen an den todten Vater be-stand. Anders wußte sich seine Liebe nicht zu Helsen; wie hold Mutter-liebe sei, hatte er nie erfahren, und wie süß die andere, davon ahncteihm noch nichts, oder, wenn man cs so nimmt, die Briefe an den Vatersind mißgelaunte Versuche derselben.

Zu der Zeit, von der wir reden, übrigte er sich täglich auch ein paarStunden ab, in denen er die schönen Wissenschaften trieb nnd Dichterund Geschichtschreiber las. Er las aber nur lauter heidnische Alte. Erhatte einen Mann kennen gelernt, der ein inniger Freund des mit Hugogleiche Wege gehenden Körner war, von dem ihm damals nicht ahnete,daß er ihn so bald durch den Tod verlieren würde. Dieser Mann warein schwärmender Verehrer der Sprache der Griechen und Römer undführte Hugo in die Gebiete derselben ein und unterrichtete ihn sogar zumTheile darinnen, Hugo's feste Einfalt, die er aus der Gebirgshalde be-kommen hatte, stimmte vortrefflich mit der der Alten, er pries dieselbenunsäglich, und sagte: er wolle nun vorerst in dem Reiche derselben ver-bleiben, bis er es erschöpft und in sein Blut ausgenommen habe. Dannwolle er in das der Neueren übergehen und sehen, was renn diese aufdemselben Felde hervorgebracht hätten.

2 .

Die Zttrcye vM 8aitcl Mee.

Hugo saß eines Tages, wie gewöhnlich, in seiner Stube. Es wareben zwölf Uhr. Er war von dem Spaziergange, den er gerne um zehnUhr Vormittags machte, zurückgekehrt, und wollte die anderthalb Stun-den, die noch bis zu seinem Mittagsesscn übrig waren, wie er cs alleTage that, mit Rechnen verbringen. Die zwölfte Stunde war in derStadt die, in welcher man die eingelaufenen Bliese auszutragen beginnt.