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2 (1855)
Entstehung
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81 eiMitwMderung.

Es gibt oft Dinge und Beziehungen in dem menschlichen Leben, dieuns nicht sogleich klar sind, und deren Grund wir nicht in Schnelligkeithervor zu ziehen vermögen. Sie wirken dann meistens mit einem ge-wissen schönen und sanften Reize des Gehcimnißvollen auf unsere Seele.In dem Angesichte eines Häßlichen ist für uns oft eine innere Schönheit,die wir nicht auf der Stelle von seinem Wcrthc hcrzuleiten vermögen,während uns oft die Züge eines andern kalt und leer sind, von denen allesagen, daß sie die größte Schönheit besitzen. Eben so fühlen wir uns manch-mal zu einem hingczogcn, den wir eigentlich gar nicht kennen, es gefallenuns seine Bewegungen, cs gefällt uns seine Art, wir trauern, wenn er unsverlassen hat, und haben eine gewisse Sehnsucht, ja eine Liebe zu ihm,wenn wir oft noch in späteren Jahren seiner gedenken: während wir miteinem Andern, dessen Werth in vielen Thaten vor uns liegt, nicht in'sReine kommen können, wenn wir auch Jahre lang mit ihm umgegangcnsind. Daß zuletzt sittliche Gründe vorhanden sind, die das Herz herausfühlt, ist kein Zweifel, allein wir können sie nicht immer mit der Wagedes Bewußtseins und der Rechnung hervor heben, und anschauen. DieScelenkunde hat manches beleuchtet und erklärt, aber vieles ist ihr dunkelund in großer Entfernung geblieben. Wir glauben daher, daß cs nichtzu viel ist, wenn wir sagen, cs sei für uns noch ein heiterer unermeßli-cher Abgrund, in dem Gott und die Geister wandeln. Die Seele inAugenblicken der Entzückung überfliegt ihn oft, die Dichtkunst in kind-licher Unbewußtheit lüftet ihn zuweilen; aber die Wissenschaft mit ihrem