Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
Seite
279
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war, waren alle Reitpferde schöner, waren alle ganz anders gesattelt undgezänmt, als das seine, und überall wo er um ein Zimmer für sich fragte,war kein Stall, in welchen er seinen Rappen hätte thun können. Er gabdaher denselben, der noch immer in dem Gasthofe, in welchem er abge-stiegcn war, weil er ihm von den Fuhrleuten seiner Gegend, die alle dortcinkehren, empfohlen wurde, gestanden war, einem Fuhrmauuc mit, derin das Thal seines Vaters zurück kehrte, und trug ihm auf, daß er denRappen hinten an seinen Wagen anhängen, sehr gut auf ihn schauen,und ihn von dem Wirthshause des letzten Dorfes aus nach dem Hauseder Gcbirgshalde senden möge, wo der Vater ist. Der Fuhrmann ver-sprach alles, und Hugo nahm Abschied von dem Thierc.

In der ersten Woche seines Aufenthaltes in der großen Stadt hatteer eine Stube gefunden, wie er sie wünschte. Sie war zum Studirenabgelegen, und ihre zwei Fenster sahen doch auf ein paar grüne Bäume,wie er sie liebte, obgleich jenseits derselben sogleich wieder Mauern an-singe», die ihm zuwider waren. In diese Stube brachte er seine Sachen,und richtete sich ein. Hier wollte er nun eine Thätigkeit anfangen, vonder er wußte, daß sie seinem Vater eine große Freude machen könnte.Die Sache war so: Als sie nämlich er und sein Vater, zu lernen angc-fangen hatten, und Hugo bereits schon bedeutende Fortschritte machte,brach die französische Revolution aus. Es bereiteten sich gemach die er-schütternden Begebenheiten vor, die dann auf ein Vierteljahrhundcrt hin-aus den Frieden der Welt zerstören sollten. Der alte Veit lebte gleichsamwieder jugendlich auf und ließ sich alle nur denkbaren Zeitungen auf dasalte Gcbirgshaus bringen. Der Knabe mußte sie ihm vorlescn, sie lebtenJahr nach Jahr diese Bewegungen durch, und als sie auf jene Zeit ka-men, in welcher der fremde Eroberer unser Vaterland in Fesjeln schlug,und Hugo bereits zu einem Jünglinge aufzublühen begann da ent-stand in beiden derselbe Gedanke, daß nämlich eines Tages die gcsammtedeutsche Jugend aufstehen werde, wie ein Mann, um die deutsche Erdegänzlich zu befreien.

Dieses Geschlecht," sagte der alte Veit,hat den Krieg noch nichtgesehen, es weiß also jetzt, da er da ist, nichts mit ihm anzufangcn.Wenn ich nur nicht so alt wäre. Sie merken die große Schande nicht,daß sie immer geschlagen werden, und der Feind, der auch lauge keinenKrieg gehabt hat, ist ebenfalls so thöricht, diese Schande immer zu mch-