Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
Seite
151
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siegle dieselben zusammen. Zu den seidenen Bändern habe ich die rosen-rothe und blaue Farbe gewählt, weil Margarita, wenn sie an Festtagenoder an Sonntagen in großem, vorzüglich in seidenem Putze war, unddie weiten bauschige» Falten des Schooßes recht schön an ihr niedergin-gen, vorzüglich diese Farben an den Schmuckbändcrn des Kleides liebte.Ich sah das Buch an, als cs mir gebracht wurde, und es gefiel mirwohl. Ich versuchte die Spangen, und sie flogen bei dem Drucke gutauf, und zeigten das reinliche Weiß der Pergamente. Ich zeichnete mitmeiner rothcn Tinte die Zahlen der Seiten ein bis auf die letzte. Dannschrieb ich nach und nach dasjenige ein, was ich in den ersten Tagen,weil ich nicht warten konnte, unterdessen auf Papier ausgeschrieben hatte.Ich verwendete alle jene Zeit zum Schreiben, in der ich sonst in den Fel-dern gegangen bin, die Gewächse, die Bäume, das Gras angcschaut undbetrachtet habe und dann in das Haghaus hinauf gegangen bin. Esblieb mir, außer daß ich viel lernte und beobachtete, nun doch noch vieleZeit übrig. Wenn ich von dem Schreiben aufstand, ging ich noch in meinenGarten, der immer schöner wurde, sah die Blumen an, und die Gemüse,und die anderen Kräuter, die zu meinem Amte gehören, und die Obst-Läumc, welche ich entweder schon selbst gepflanzt habe, oder welche mirvon den früheren Besitzern des Grundes geblieben waren. Indessen tha-tcn meine Leute ihre Geschäfte, die sie in dem Hause hatten, und sahenmich recht freundlich an, wenn ich gelegentlich an ihnen vorüber kam.Oester ging ich auch, wenn die Dunkelheit schon aus den Gründen derErde stieg, noch in dem Walde herum, und sah, wie die Nadeln schwarzwurden, und die Dämmerung gleichsam durch die seinen Zweige undHaare der Tannen rieselte, oder um die starken Aeste der Buchen, derNhorncn, der Eschen war.

Nach einer Woche, seit ich zum letzten Male in dem Haghause gewe-sen bin, kam der Obrist zu mir herunter, und erzählte mir, daß er Mar-garita habe fort reisen lassen. Es seien nun vier Tage, daß sic frühe amMorgen fort gefahren sei. Er habe sic eine Tagereise weit begleitet, undsei vorgestern zurück gekehrt. Sic werde einige Zeit bei einer weitläufi-gen Verwandten, einer lieben alten und kinderlosen Frau, wo sie wieeine Tochter werde gehalten werden, verweilen, und dann wieder nachHause zurückkehrcn.

Ich sagte auf diese Mitthcilung nichts ich fragte auch nicht, wie