Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
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Ihr liebt mich nicht," sagte ich wieder, und sie mochte bemerken,wie cs in meinem Angesichte vor Schmerz zuckte.

Was ist Euch denn," sagte sic,Ihr könnt ja eigentlich nichtso reden. Seid Ihr krank? Ibr müßt wohl einen weiten Weg gemachthaben, ich sehe cs an Euren Kleidern. Habt Ihr schon etwas gegessen? "

Nein, ich habe noch nichts gegessen," antwortete ich.

Nun so kommt nur schnell in das Haus herein, " crwiedcrte sic,ich werde Euch etwas geben, es sind noch Dinge genug da, Ihr müssetgleich etwas essen?"

»Ich esse nichts," antwortete ich.

So wollt Ihr etwa mit dem Vater reden," sagte sie,kommt, wirwollen uns aus die Gartenbank setzen, wo man den Weg weit übersieht,auf dem er kommen wird."

Ich will nicht mit dem Vater reden," antwortete ich,aber Euchhabe ich etwas zu sagen, daß Ihr nämlich den Vetter Rudolph viel,viel mehr liebt, als mich."

Ich liebe den Vetter Rudolph," sagte sie,weil cs sich gebührt,aber ich liebe Euch mehr ihn liebe ich anders und Ihr müßt selbersagen, ob er cs nicht werth ist, da er sich so schön gegen uns, seine Ver-wandten gezeigt hat?"

»Ja, ja, er ist es werth und Ihr werdet ihn immer mehr und mehr,und endlich sehr lieben," erwiederte ich.

Ich werde ihn auch sehr lieben," entgegnete sic,wenn er nochöfter wird zu uns gekommen sein, wie er cs gesagt hat."

Nun, so ist es gut, und wir sind in Ordnung," antwortete ich.

Jetzt gingen wir eine Weile schweigend neben einander her, bis wirzu dem Gartengitter gekommen waren, wo die Rosen stehen, deren 'Reiserwir mit einander eingelegt hatten. Dort blieb sie stehen, wendete ihrAngesicht und ihre Augen auf mich und sagte:Ich bitte Euch, lieber,theurer Freund, seht ich bitte Euch aus der innersten Inständigkeit mei-nes Gemüthes, lasset diese Dinge und diese Worte aus Eurem Herzenfahren."

»Ich lasse ja die Dinge alle," antwortete ich,Ihr liebet michnicht, und ich lasse die Dinge aus meinem Herzen fahren."

Ich habe im Eichenhagc zu Euch gesagt," erwiederte sie,daß ich