Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
Seite
139
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Ich halte mir nun alles fest gesetzt, wie ich thun solle. Ich gingin der großen Krümmung des Waldes herum, daß ich fast gegen Abendoberhalb des Eichenhagcs heraus kam, durch das ich in das Haus desObrist's ging. Er selber war nicht zu Hause. Margarita, sagten sie,sei in dem Garten. Ich schritt durch das Hofthor in den Garten, sah sieaber dort nicht, und vcrmuthetc sogleich, daß sie in das angrenzende Feldhinaus gegangen sein möge, weil das Hintergitter des Gartens offenstand. Ich sah sie wirklich, da ich das Gitter erreicht hatte und den Blickin das Freie that, an dem breiten Wiesensaume, der neben dem Kornelief, wandeln, wie sic in der lauen schönen Abendsonne den langenSchatten über das Getreide warf. Sie war allein cs war dieses nichtsWunderbares aber ich verwunderte mich darüber. Nur die zwei schö-nen Wolfshunde ihres Vaters gingen ruhig neben ihr, sic lieben dasMädchen sehr, gehen ihm immer zu, und sind viel ruhiger, wenn Mar-garita in unserer Gesellschaft ist. Als ich in der Oeffnung des Garten-gittcrs erschien und sie mich erblickten, sprangen und tanzten sie lustiggegen mich zu, und auch Margarita ging etwas schneller mir entgegen,da sie merkte, daß ich auf sie zueilc. Sie hatte das weiße Kleid an, warso schlank und schön, wie am Vormittage, und trug das reine Angesichtmeinen Augen entgegen, so schimmernd und sanft, wie cs am Vormittagegewesen war.

Sie nahm zuerst das Wort und sagte:Ach Ihr seid nun dawir waren schon in Sorge, daß Euch etwas zugcstoßen sein könnte; dennder Vetter Rudolph ist fort, und ist im Nachmittage noch bei Euch gewe-sen , um Abschied zu nehmen da sagten Eure Leute, daß Ihr wohlmit den Pferden schon nach Hause gekommen, aber wieder fort gegangen,und dann nicht einmal zum Mittagessen zurückgckchrt seid. Der Vatermeinte, Ihr würdet wohl zu einem Hülfsbedürstigen gemußt haben, undes sei alles an der Sache nicht auffallend. Er hat den Vetter Rudolphbis zu dem Wirthshause am Rothbergc begleitet, wohin die Rciscpferdebestellt sind, dann wird er mit unseren Pferden wieder heim kommen."

Margarita, Ihr liebt mich gar nicht! " antwortete ich.

Sic richtete ihre Augen auf mich , und sagte:Wie kömmt denndiese Rede zu Euch k ich liebe Euch ja mehr, als Ihr ahnen könnt:ich bin so freudig, wenn Ihr herauf kommt, cs thut mir leid, wenn Ihrfort geht, und ich denke auf Euch, wenn Ihr fern seid."