geben hatte, und welche durch die Namen der Väter bestätiget wurden,in deren Hände das Gut niedergelegt worden war. Als er mir mit demFinger auf Alles gewiesen hatte, und der Punkt abgcthan war, schob erdie Papiere auf dem Tische zurück und sperrte sic nicht wieder ein.
Dann fuhr er fort: „Ich lud am Nachmittage den langen blassenMann zum Zweikampfe, und sagte ihm keine Ursache; aber da ich ihndurch die Schulter gestochen hatte, hielt ich ihm diese Schriften vor diebrechenden Augen und schrie ihm zu, wer ich sei. Ich hielt ihn damalsfür sterbend und war damit zufrieden. Aber er starb nicht, ich lernte ihnviele Jahre darnach von neuem kennen, achtete ihn damals sehr hoch,und ich glaube, er mich auch. 'Als ich von dem Kampfplatze fort ging,spießte ich eine andere Schrift, die mir von dem Könige war zugeschicktworden, und mir eine» schlechten Platz in dem Heere anwies, auf meinenDegen, und warf sie weg. Ich haßte nun den König, und begriff, daßich unter die deutsche Reichsarmec gehöre. Als am andern Morgen dieSonne aufging, war ich schon weit von Paris; sie schien mir in dasAngesicht, und ich ritt auf dem grauen Klepper Deutschland zu. Ichhatte ein schlechtes Lederkoller an und die hundert Ludwigstücke darin.Am siebenten Tage ging ich wieder über den 'Rhein. Damals sagten sie,daß ich ein arger Verschwender gewesen sein müsse, der vom Rcichthumeauf solch schlechtes Zeug gekommen ; ich aber lachte, schaute in die dun-kelgrünen Wogen des Rheins, und glaubte auch da noch nicht, daß csmir fehlschlage» könne. Ich erkannte, daß ich auf einem Irrwege gewe-sen sei, und daß ich nun einen andern betreten müsse. Daher beschloßich, wie der Herzog Von Friedland ein Kriegsherr aufznrufcn, und mitdemjelben die Länder wieder zu erobern, die uns rer König früher entris-sen hatte. Ich gedachte hiebei des Zufalls, daß, wenn ich als Feldherrtu Paris einzögc, etwa bei demselben Fenster ein Mägdlein herab schaue,bei dem ich sonst mit ihr gestanden, und so vergnügt gewesen war, wennsie mich ihren lieben kleinen Grafen genannt hatte. Ich schämte michrecht jener kindischen Zeit und ihrer Bestrebungen. — Als aber nach zweiJahren die neuen Entwürfe auch noch nicht in Erfüllung gegangen wa-ren, fing ich an, in unserem Heere von unten auf zu dienen. Jetzt rücktedie Zeit langsamer, und die Blühe belohnte sich nur um Haarbreite nachHaarbreite; aber aus Ehrsucht, weil mir schon nichts anders gelassenwar, that ich auch das Jetzige gut, daß ich den andern zuvorkommc, undStifter. Null. II. 3