die übermeistere, die neben mir waren. — Sa wurde ich nach und nachsechs und zwanzig Jahre alt und bekannter unter den Vorstehern desHeeres. Da geschah cs, daß ein Oheim starb, der letzte unserer Ver-wandten, und mir ei» beträchtliches Vermögen hinterließ. Zu gleicherZeit verliebte ich mich auch. Ach Gott, lieber Doctor, cs sind jetzt viele,viele Jahre vergangen — und verzeiht mir die Wvrte, die ich sagenwerde — ich war gerade so schwärmend wie Ihr, ich war ausschweifendin Haß und Frenndesliebe, ich war eben so strebend und vom Grundeaus gutherzig wie Ihr. Seht nur, oft habe ich gemeint, ich müsse alleSterne an mich herunter ziehen, und alle Welttheile auf dem Finger tra-gen. Daher that ich mein Herz weit auf, ließ das Gefühl cingchcn, undhatte meine Ergötzung daran. Ehe ich aber zur Besinnung gelangte,war ich betrogen. Ein Freund und Vertrauter, den ich auf Freiwcrbuugsandte, führte sic selber zum Altäre. Ich wollte ihm auf das Gut, wo-hin er sie geführt hatte, Nachreifen, um ihn zu erstechen, aber ich that esdann nicht, und nahm mir vor, mich selber zu tödten. In unseremHause war ein langer schmaler Gang, wie sie in Soldatenhäusern ge-wöhnlich sind, und zwischen den Fenstern waren starke Pfeiler. Als csStacht geworden war und die Kameraden schliefen, nahm ich eine Büchse,die ich Abends geladen hatte, ging auf den Gang und stellte mich in denPfcilerschatten, weil doch zuweilen Mannschaft vorbei ging, daß sie michnicht sehen könnten. Als sich nach einer Weile nichts mehr rührte, stellteich die Mündung nach meiner Kehle und griff mit der Zehe um dasZünglein. Aber ich mußte cs übel gemacht haben, denn cs knackte etwas,und das Eisen schürfte an meinem Hcmdknopfe; da sprang plötzlich eingemeiner Mann unserer Rotte, der mich ausgekundschaftct hatte, undaus Furcht im Mauerschatten näher gekrochen war, empor, stieß mir dasRohr von der Kehle, und flüsterte: „Herr Graf, ich schweige, aber dasmüßt Ihr nicht mehr thun." Ich wollte vor dem Manne auf die Knieeniederfallen, so erschrocken war ich und so verworren. Ich sagte, daß ickihn recht lieb habe, und daß ich ihm eine Menge Geld geben wolle. Ernahm am andern Tage das Geld, und hat niemals einem Menschen et-was gesagt. — Ich ließ nun diese Gedanken fahren und verschlug aufsGcgenthcil, das heißt, ich fragte nach nichts mehr, und ließ kein Nebelauf mich eine Wirkung thun. Auch setzte ich mir vor, die gemachte Erb-schaft zu verschleudern. Wir saßen nun manche Nacht beisammen, viele
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten