Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
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immer mehr und legte sich endlich auf den kalten Stein, daß seine Armeans demselben lagen, und seine Lippen denselben berührten. Er küßte denStein mehrere und wiederholte Male. Dan» richtete er sich nach undnach auf, und blieb wieder knien und betete wieder. Als er genug ge-betet hatte, that er die gefaltete» Hände wieder auseinander, fuhr mitder rechten gegen die Stirne und machte das Zeichen des heiligen Kreuzes.Dann nahm er den neben sich liegenden Hut, stand auf und ging wiederin der Kirche zurück. Die Mütterlein machten einen demüthigcn undkirchlichen Gruß gegen ihn mit Neigen des Hauptes. An der Thür nahmer mit den Fingerspitzen Weihwasser aus dem Becken, bespritzte sich dasAntlitz und machte wieder das Krenzzeichen. Dann nahm er wieder seineArt aus der Maucrccke, that sie auf die Schulter, trat aus der Kircheund setzte den Hut auf.

Von der Kirche ging er zu dem Kreuze empor. An demselben legteer wieder den Hut und die Axt ab, kniete auf den flachen Stein, der vordem Holze lag, er kniete so nahe, daß seine Brust fast dicht an dem rothenStamme war, und betete da wieder. Nachdem er gebetet hatte, nahm erabermals Hut und Axt.

Gegen den Gipfel des Krcuzbergcs sehen dunkle Waldhäupter herein.Man sieht sie, wenn man den fernen blauen Alpen, die im Süden sind, denglücken zuweudet. Die Waldhäuptel sind durch ein Thal bon dem Kreuz-berge geschieden, führen den Namen des oberen Waldes, und leiten querüber ein Thal in den Langwald. Hanns, nachdem er von dem Betenanfgestanden war, wendete gar nicht den Rücken, der gegen Oberplanund seine Bewohner gerichtet war, sondern sah gegen die Waldhäuptcr.Er ging in der Richtung gegen sie über den Berg hinab. Im Thale un-ten beginnen dünnstchende Föhrenstämme, die den Namen der Schicdcrführe». Hanns ging zwischen den Stämmen und auf dem sumpfigen Bo-den, der sich unter ihnen befindet, dähi». Er ging durch die Wiesen, diejenseits der Schiedcr sind, und klomm endlich die Höhen des oberen Wal-des hinan, der dichten verworrenen Baumwuchs und in ihm das eigcn-tbümliche Gedämmer schwerer Wälder hat. Er klomm zwischen denStämmen immer weiter und weiter hinan. Die Kuppe des oberen Wal-des ist ein von Bäumen cntblös'ter Fels, von dem man aus das böh-mische Waldland wie ein graues Gewebe liegen, und seine Teiche darinwie Lichtblicke glänzen sieht. Als Hanns diese Kuppe erreicht hatte, blieb