Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
Seite
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wenn cr zufällig hinein ging, schloß er die Thür selbst, und wenn er her-ausging, öffnete cr sie wieder selbst. Während die Jünglinge auf ihremBerge cmporgestrcbt waren, und ein wimmelndes Leben und dichte Freudesic umgab, war er auf seiner Bank gesessen, hatte auf die an Stäbe ge-bundenen Frühlingsblumen geschaut, und die leere Luft und der vergeb-liche Sonnenschein hatten um ihn gespielt. Als die Jünglinge nachVollbringung des Tages auf ihr Lager gesunken und in Schlummer ver-fallen waren, lag cr auch in seinem Bette, das in einer wohlverwahrtenStube stand, und drückte die Augen zu, damit cr schlafe.

Die nämliche Nacht ging mit dem kühlen Mantel aller ihrer Sternegleichgültig herauf, ob junge Herzen sich des entschwundenen Tages ge-freut und nie an einen Tod gedacht hatten, als wenn cs keinen gäbeoder ob ein altes sich vor gewaltthätiger Verkürzung seines Lebens fürch-tete und doch schon wieder dem Ende desselben um einen Tag näher war.

2 .

LmüacU.

Als das erste blasse Licht des andern Tages leuchtete, ging Victorschon in den noch öden Gassen der Stadt dahin, daß seine Tritte hallten.Es war anfänglich noch kein Mensch zu erblicken; dann begegnete ihmmanche verdrießliche, verschlafene Gestalt, die zu früher Arbeit mußte;und ein beginnendes fernes Wagenrasseln zeigte, daß man schon anfangc,Lebensmittel in die große bedürfende Stadt zu führen. Er strebte demStadtthore zu. Außer demselben wurde cr von dem kühlen, feuchtenGrün der Felder empfangen. Der erste Sonnenrand zeigte sich am Erd-saume, und die Spitzen der nassen Gräser hatten rothcs und grünesFeuer. Die Lerchen wirbelten freudig in der Luft, während die naheStadt, die doch sonst so lärmte, fast noch völlig stumm war.

Als cr sich außer den Mauern fühlte, schlug cr sogleich einen Wegdurch die Felder gegen jenen grünen Baumplatz ein, von welchem wirsagten, daß gestern dort die Nachtigallen geschlagen und die Jünglinge