Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
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auf der Stiege nicht an ihm vorbei konnte, sondern in einen Gang oderunter eine Thür gestellt, ihn vorüber lassen mußte.

Ich war noch ziemlich lange an Wien gebunden. Endlich wurdemeine Bittangelegcnheit doch entschieden, und zwar gegen meinen Wunsch.Der Fruchthändler war schon lange abgcreist, ich hatte nach einanderwohl fünfzehn verschiedene Zimmernachbarn gehabt, und jetzt, da ichmeinen lang ersehnten Bescheid in die Hände bekam, packte ich meine Sa-chen zusammen, und fuhr ebenfalls davon.

3 .

ReiseOeluch.

Ihr wißt alle, meine theuren Freunde, wie ich von jeher ein Kinddes Zufalles gewesen bin. Zuerst ist schon meine Erziehung ein Zufallgewesen; denn nach dem Tode meiner vortrefflichen Mutter, welche derMeinung war, daß man das Herz und Gcmüth vorzugsweise zu größt-möglichster sittlicher Vollkommenheit ausbildcn müsse, kam mein Vateran die Reihe, der früher wegen seiner vielen Geschäfte nicht im Standegewesen war, sich um mich zu bekümmern, der aber im Allgemeinen denPlan meiner Mutter vollständig gebilligt hatte. Er wollte auf die Grund-lage des Gefühles nun auch die wissenschaftliche Ausbildung setzen. Aberer starb ebenfalls in dem ersten Jahre. Nach ihm übernahm mein Oheim,der Bruder des Vaters, die Erziehung. Dieser verwarf alles, was nichtnach seinen« Ausdrucke praktisch war. Praktisch war aber dasjenige, daser dafür erklärte. Ich mußte nun immer arbeiten, das heißt, wie er sel-ber sagte, etwas hervor bringen. Das Hcrvorgebrachte aber mußte einSichtbares und Greifbares sein, das dem Staate und der menschlichenGesellschaft nützte. Er theilte mir Lehrer und Gehülfcn zu, die selber ar-beiten, und mich zur Arbeit anleiteten. Die Einbildungskraft, und alles,was mit ihr zusammen hängt, nämlich alle Kräfte, die zur Ausschmückungund Ergötzung des Geistes dienen, hielt er strenge darnieder. Ich binselber der Meinung, daß das heitere und freie Spiel jener Kräfte, die so