Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
Seite
310
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Stelle wählen, ist unbekannt, nur ist cs seit Jahrhunderten so gewesen ;befindet sich etwas eigenthümlichcs in der Erde, oder ist cs nur die warmeLage des Bodens, der sich gegen Mittag hinabzieht, oder ist cs die Ab-härtung, welche die Pflänzchen auf dem steinigen Grunde erhalten:genug, die Leute sagen, sie gedeihen von keiner Stelle weg so gut aufden Felder», wie von dieser, und Versuche, die man unten in Gärten ge-macht hat, sielen schlecht aus, und die Setzlinge verkamen nachher aufden Aeckern.

Nahe an der Milchbäuerin stehen zwei Häuschen auf dem glasen.Sic sind rund, schneeweiß, und haben zwei runde spitzige Schindeldächer.Sie haben keine Fenster und Simse, sondern nur eine kleine Thür.Wenn man bei dieser Thür hinein schaut, so sicht man keinen Fußboden,sondern unten, durch den Kreis der Ummauernng cingefangen, ein ruhi-ges klares Wasser, das den Sand und den Kies seines Grundes so deut-lich herauf schimmern läßt, wie durch feines geschliffenes Glas. Aufjedem der zwei Wasserspiegel schwimmt ein kleiner hölzerner Kübel, dereinen langen Stiel hat, welcher bei der Thür heraus ragt, daß inan ihnfassen und sich Wasser herauf schöpfen kann. Zwischen den zwei Häus-chen steht eine sehr alte und sehr große Linde. Ihr Stamm ist so mäch-tig, daß eine kleine Wohnung darin Platz hätte, und ihre mannsdickenNeste gehen weit über die zwei spitzigen Schindeldächer hinaus.

Wieder nicht weit von dem Häuschen, so daß man etwa mit zweiSteinwürfen hinreichcn könnte, steht ein Kirchlein. Es ist das Gnaden-kirchlein der schmerzhaften Mutter Gottes zum guten Wasser, weil einBildniß der heiligen Jungfrau mit den Schwertern des Schmerzes imHerzen auf dem Hochaltäre steht. Zwischen Oberplan und dem Kirchleinist ein junger Weg mit jungen Bäumen an den Seiten, so wie von demKirchlein zu den Brunnenhäuschen ein breiter Sandwcg mit alten schat-tigen Linden ist.

Außer den drei Dingen, der Milchbäucrin, den Brunncnhäuschenund dem Kirchlein, ist noch ein viertes, das die Aufmerksamkeit auf sichzieht. Es ist ein alter Weg. der ein wenig unterhalb des Kirchleins einStück durch den Rasen dahin geht, und dann aufhört, ohne zu etwas zuführen. Er ist von alten gehauenen Steinen gebaut, und an seinenSeiten stehen alte Linden; aber die Steine sind schon eingesunken undan manchen Stellen in Unordnung gerathen ; die Bäume jedoch, obwohl