sie schon manche» dürren Ast zmn Himmel strecke», haben noch so vielLebenskraft bewahrt, daß sie alle Jahre im Herbste eine ganze Wuchtvon gelben Blättern auf die verwitternden und verkommenden Steinezu ihren Füßen fallen lassen.
Wenn man das Kreuz auf dem Gipfel ausnimmt, so ist nun nichtsmehr auf dem Berge, das Merkwürdigkeit ansprcchen könnte. Die oben-erwähnten Bäume sind die einzigen, die der Berg hat, so wie der Felsender Milchbäuerin der einzige bedeutende ist. Bon Oberplan bis zu demKirchlein ist der Berg mit feinem dichten Rasen bedeckt, der wie geschorenaussieht, und an manchen Stellen den Granit und den steinigen Griesdes Grundes hervor schauen läßt. Von dem Kirchlein bis zu dem Gipfelund von da nach Ost, Nord und West hinunter stehen dichte rauhe knor-rige aber einzelne Wachholdcrstauden, zwischen denen wieder der obgc-nannte Rasen ist, aber auch manches größere und gewaltigere Stück desVerwitternden Granitsteines hervorragt.
Von der Entstehung des Kirchleins und der Brunneuhäuschen gibteine alte Erzählung folgende Aufklärung:
In dem Hause zu Oberplan, auf welchem cs zum Sommer heißt,und welches schon zu denjenigen gehört, die sehr nahe an dem Berge sind,so daß Schoppen und Scheune schon manchmal in denselben hinein gehen,träumte einem Blinden drei Nächte hintereinander, daß er auf den Berggehen und dort graben solle. Es träumte ihm, daß er dreieckige Steinefinden würde, dort solle er graben, cs würde Wasser kommen, mit demsolle er sich die Augen waschen, und er würde sehen. Am Morgen nachder dritten Nacht nahm er eine Haue, ohne daß er Jemanden etwassagte, und ging auf den Berg. Er fand die dreieckigen Steine und grub.Als er eine Weile gegraben hatte, hörte er cs rauschen, wie wenn Wasserkäme, und da er genauer hin horchte, vernahm er das feine Geneset. Erlegte also die Haue weg, tauchte die Hand in das Wasser, und fuhr sichdamit über die Stirne und über die Augen. Als er die Hand weg gethanhatte, sah er. Er sah nicht nur seinen Arm und die daliegcnde Haue,sondern er sah auch die ganze Gegend, auf welche die Sonne recht schönhernieder schien, den grünen Rasen, die grauenStciue unddieWachholdcr-büsche. Aber auch etwas anderes sah er, worüber er in einen fürchter-lichen Schrecken geriet!). Dicht vor ihm mitten in dem Wasser saß einGuadenbild der schmerzhaften Mutter Gottes. Das Bildniß hatte einen