Er legte mit diesen Worten das Rohr zu dein Lichtschirme.
„Ich weiß nicht, was ich von »reinen Dingen geben soll," sagteCamilla, „aber Sie sind ein so guter Kenner von Geigcntöncn, daß Siezu Hause gewiß auch nicht anders, als vortrefflich spielen. Ich gebeIhnen daher von diesem Geigenharze und theilc die Saiten mit Ihnen."
„Ich kann eigentlich nicht theilen," sagte Maria, „da ich lauterGanze erhalten habe; aber ich gebe Ihnen ein Ganzes, nämlich dieseBücher, sie sind unvergleichlich ausgestattet, stellen Sie dieselben in IhreSammlung, und denken Sie an uns. Weil ich den Inhalt nicht ent-behren kann, so wird Alfred schon so gut sein, mir anzugebcn, wo ich siewieder bekommen kann."
Mit diesen Worten reichte sie mir das französische Werk hin, dasihr Alfred gebracht hatte, und das sehr kostbar gebunden war.
„Und daß er nicht blos etwas von den einzelnen Gaben habe, dieuns zugcdacht worden sind, sondern auch von den allgemeinen," sagtedie Mutter, „so wollen wir ihm noch diesen Teppich geben, der die Be-stimmung haben soll, daß er ihn zu Hause unter seinem Schreibtischlege."
„Ja, den Teppich müssen Sic noch nehmen, den müssen Sie nochnehmen," sagten die Mädchen.
Man schob ihn auf dein Tische gegen meinen Platz hin.
Ich war nun im äußersten Grade verlegen und sagte: „Nein, dieseSachen kann ich unmöglich alle annehmcn, sie sind zu viel. Ich bindurch die Mittheilung aller jetzt reicher geworden, als die einzelnen Ge-benden."
„Wenn Ihr reicher geworden seid," antwortete die Mutter, „so istdas ganz natürlich; denn wem mehrere Andere geben, der kann leichtetwas mehr haben, als die Einzelnen. Aber wem von uns könnt Ihretwas zurückgcbcn, ohne ihm wehe zu thun? Nehmt cs daher so freund-schaftlich an, als cs geboten worden ist."
Das Wohlwollen und die Güte Aller war so unverkennbar undeindringend, daß cs unzart gewesen wäre, sich noch gegen irgend etwaszu weigern; ich schämte mich, daß ich cs schon gethan habe, und nahmdie Sachen mit Freude und mit der Acußerung des Dankes an.
„Jetzt aber, Kinder," sagte die Mutter, „müssen wir den Tisch ab-räumen und diese Sachen wcgschaffcn. Alfred hat sich zu Mittag ein-