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Nach einer Zeit kam ich zu einem Garten, an dessen Gittcrthore derWeg endete. Das Gitter stand offen, und ich ging in den Garten hinein.Ein breiter Weg führte in gerader Richtung auf das Haus zu. Wahr-scheinlich dachte ich, ist dieses das Haus, welches mir der Greis und dasMädchen als unter den Bäumen stehend und als Wohnort des FranzRikar bezeichnet hatten — und ist cs dasselbe nicht, so können mir we-nigstens seine Bewohner angeben, wo ich Rikar finde. Ich ging also aufdas Haus zu. Ich ging zwischen Kastanien, dann zwischen Obstbäumen,und endlich zwischen Gemüsebeeten und Lattenobst hin. Als ich an dasEnde des Weges gekommen, und die einigen Stufen, die zu dem Hauseempor führten, hinauf gestiegen war, befand ich mich an einem großeneisernen Gitter, hinter dem eine geräumige Halle war, wahrscheinlich dergemeinschaftliche Eingang des Hauses.
Der Abend war ganz still, hinter dem Hause hörte ich das Rauscheneines Springbrunnens, nnd in der Halle zündete ein altes Mütterlcineine Hängelampe an.
Die Fäden dieses Lichtes spannen sich in den Garten heraus, derdurch sic auf einmal viel dunkler wurde. Die Züge des alten Mütterleinswaren sehr schön, wie man sie oft auf italienische» Gemälden an Matro-nen antrifft, und in dieser Lage war das Mütterlein selber schier ein Ge-mälde, da es von oben herab recht schön beleuchtet wurde. Ich stand andem Gitter, legte mein Angesicht zwischen die Stäbe, und sah hinein.
Als sie mit ihrem Geschäfte fertig war, erhob ich meine Stimme,und sagte: „Verzeiht, daß ich Euch anrede; ich bin ein Fremder, bin erstin der Abenddämmerung hier angekommen, der Weg hat mich an dasGitter geführt, und ich möchte gerne eine Frage thun."
Das Mütterlein wendete sich rasch von ihrem Schämet gegen michund sagte: „So fragt nur."
Dieses Wort hatte sic in einem reinen Italienisch gesagt.
/,Jch suche einen Mann Namens Franz Rikar," antwortete ich hier-auf, „welcher hier irgendwo wohnen soll. Wenn Ihr ihn kennt, odersonst etwas von ihm wisset, so könnt Ihr mir vielleicht Auskunftgeben."
„Freilich kenne ich ihn," sagte sic, „und Ihr dürft nicht mehr weitzu ihm gehen; denn er wohnt hier. Bleibt nur eine Weile stehen, ich
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