Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
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werde es ihm sagen, daß ihn Jemand sucht, und wenn er Euch kennt,wird das Gitter aufgespcrrt werden."

Nach diesen Worten ging die alte Frau fort, und verschwand in demHintergründe der Halle, war sie nun durch eine Thür hinein gegangen,oder über eine Treppe empor gestiegen.

Obwohl sie italienisch gesprochen hatte, hatte sic meine deutschenWorte doch sehr gut verstanden.

Ich blieb an dem Gitter und wartete.

Nach einiger Zeit kam die Frau wieder zum Vorscheine, und hinterihr ging ein Mann, der eine brennende Kerze trug. Ich erkannte ihn so-gleich, cs war mein alter Zimmernachbar aus dem Gasthofe zur Dreifal-tigkeit in Wien. Ich fand ihn ganz den nämlichen, er hatte wiederschwarze Kleider, und der Frack sab aus, als wäre cs derselbe, den er da-mals getragen hatte. Er ging über die Breite der Halle, das Licht vorsich her tragend. Als er zu mir gekommen war, hob er die Kerze in dieHöhe und leuchtete mich an.

„Gott grüße Euch, Herr," sagte ich zu ihm, „Ihr seid es schon, denich suche; seht, ich habe Wort gehalten, und bin bei meiner Reise zuEuch gekommen."

„Jawohl, Cornelia," antwortete er, „den Mann kenne ich sehrgut, den kenne ich sehr gut, mache nur schnell auf."

Das Mütterlein öffnete, und ließ mich hinein.

„Seid mir vielmal gegrüßt," sagte er zu mir, „seid mir vielmal ge-grüßt; cs freut mich sehr, daß Ihr mich alten Mann nicht vergessenhabt, und gar zu mir auf die Haide herauf gegangen seid. Ihr habt mirimmer Liebes gezeigt, seid immer freundlich gewesen, und nun kommtIhr gar in die Ocde, mich zu besuchen. Seid mir vielmal vielmalgegrüßt."

Mit diesen Worten hatte er mir die Hand gereicht, welche er freihatte, und hatte die mcinigc sehr freundschaftlich gedrückt.

„Seid mir ebenfalls aus das Herzlichste gegrüßt," sagte ich, „ich binrecht gerne zu Euch herauf gestiegen, und freue mich, Euch so wohl zufinden."

„Ich habe hier alles, was ich brauche," sagte er, „aber ich bin auchso einfach, wie ich cs kaum in meinem Stüblcin in der Dreifaltigkeit