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Fuße des Steines in dem Schatten desselben, den er von dem Abcndlichtewarf, saß ein Mädchen. Ich konnte nicht erkennen, ob cs schön sei, undwie cs gekleidet sei, da die ganze hochgclbe Glut des Abends t» mein An-gesicht fiel, und mich blendete; aber so viel erkannte ich doch, daß dieKleider weiß waren, und daß die Gestalt noch der Jugend angchörte.Das Mädchen saß ganz einfach da, wie auf einem Spaziergange begrif-fen, und hier ein wenig der Rübe genießend. Daß cs so unbekümmertda saß, bewies mir auch, daß ich schon sehr nahe an menschlichen Woh-nungen sein müsse.
Ich ging etwas näher, und fragte, in welcher Richtung ich zu derWohnung des Franz Rikar komme.
Das Mädchen hob den Kopf ein wenig empor, um mich anzu-schaucn, dann sagte cs in einer wunderschönen deutschen Sprache:„Wenn Sie zu Ihrer Rechten in die Thalebenc hinein gehen, so werdenSie bald Bäume und unter ihnen ein Haus scheu, in welchem Rikarwohnt."
Das war genau die Weisung, welche mir der Greis gegeben hatte.Ich dankte daher, und wendete mich rechts, wie sie sich ausgedrückt hatte,in die Thalebenc.
Es war wirklich eine Thalebenc, gleichsam eine Niederung von derHaide aus in den Gebirgskörper hinein geschnitten. Auf der Erde hattendie Farben des Tages aufgchört, die Felsen waren unbestimmt, der blasenwurde dunkler, und nur in der Luft schwamm das Helle flüssige Gold desHimmels über die Dinge dahin. Ich fand hier auch den Weg, welchenmir Hicronimus vorausgcsagt hatte. Als ich ein Weilchen darauf gewan-dert war, Log ich um eine Felsccke, und sah nun anch die Bäume. EinBaum muß auf diesem Hochlande eine solche Seltenheit sein, daß ich nunrecht wohl begriff, daß er als ein 'vorzugsweises Merkmal der Weg-erklärung angeführt werde; ich begriff cs um so mehr, da die Bäume,welche sich mir eben darstellten, meinen Augen so unsäglich wohl thate».Sie waren sehr groß, mußten bedeutend alt sein, und schienen in Kasta-nien, vielleicht mit Obstbäumcn untermischt, zu bestehen. Auch dasMaucrwcrk sah ich, so viel es der Abend zuließ, zwischen den Bäumenhervor schimmern.
Ich ging auf dem Wege fort, und sah bald, daß das Thal sich nachInnen erweitere, und eine» ziemlich offene» freien Platz bilde.