Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
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mir mit demselben, wenn cs cinmal groß genug wäre, ein recht nettesHäuschen mit einer Landwirthschaft zu meinem künftigen Lebensunter-halte anzuschaffen, freilich, um wieder träumen zu können. Zu meinen ,Berechnungen, deren Stoff ich mir mühsam durch stetes Herumfragenund Reise» erworben hatte, trafen noch glückliche Umstände hinzu, dieNiemand ahnen konnte, die mein Oheim selber nicht ahnte, und diemachten, daß ich mein Ziel viel früher erreicht hatte, als ich dachte. Ichkaufte das Häuschen, und da ich cs eingerichtet hatte, da um das ganzeBesitzthum eine Einfriedigung lief, da ich die Bearbeitung meiner Grund-stücke begann: machte ich eine Erbschaft, in welcher das alles viel reicherund schöner vorhanden war, als ich cs mir je hätte cinbilden können.Eine Tante, die älteste Schwester meiner Mutter, die mich einmal alsKind lieb gehabt hatte, die nach dem Tode ihres Gatten, eines reichenMannes, einsam gelebt hatte, und dem Anscheine nach allmählich, ohnedaß man die Ursache wußte, in tiefe Armuth versunken war, war mitHinterlassung eines bedeutenden Reichthumes gestorben. Sie hatte schonseit Jahren in einem kleinen Stübchen gelebt, und sich nur mit demNoll-dürftigsten genährt und gekleidet. Sie nahm von der Familie nieetwas an, und wurde im Lause der langen Zeit von uns fast vergessen,als wäre sie gar nicht mehr vorhanden gewesen. Ein großes äußerstreizendes Anwesen, welches ein Anwalt, der in ihrer Stadt lebte, be-wirthschaftete, gehörte zu ihrem Eigenthume. Er verwaltete cs nur un-ter der größten Verschwiegenheit, daß Niemand wisse, daß sie Vermögenhabe, und sie etwa in ihrer Abgeschiedenheit überfalle, und ermorde.Dieses Besitzthum, welches die Tante Treulust nannte, obwohl das nahe-gelegene Dorf Reutschlag hieß, und wohin sie trotz der großen Entfer-nung von ihrer Stadt jährlich einmal im tiefsten Geheimnisse fuhr, hattesie mir nebst einer beträchtlichen Summe Geldes, das zur erste» Einrich-tung dienen sollte, als Erbtheil hinterlassen. Die Söhne meines Oheimsbekamen als bloße verschwägerte Glieder der Familie jeder nur ein klei-nes Vermächtnis;, und alles Uebrige, dessentwjllen sie so bitterlich ge-darbt hatte, das sie durch lange Jahre und ungeheure Mühe zusammengebracht hatte, wurde milden Stiftungen zugcwandt, und zwar nur sol-che», die werkthätig zur Linderung menschlichen Leidens eingreifen. Daswar der Zweck ihres Lebens gewesen. Das Testament meiner Taute hatteein außerordentliches Aufsehen gemacht, theils der Willenskraft wegen,