des Badeortes den heißesten und sehnsüchtigsten Wunsch haben, Mariazn ehtichen. Er war heute nicht bei ihr und ihrem Vater gewesen: wieleicht konnte einer in der Zeit hinaus gefahren sein, und um sic gewor-ben haben. Er begriff den Leichtsinn nicht, mit welchem er den ganzenSommer an ihrer Seite gewesen war, ohne diesen Zweck in das Augegefaßt, und Mittel zur annähernden Verwirklichung desselben cingeleitctzu haben.
Er ließ daher am andern Tage früh Morgens anspannen, und fuhrso weit auf der Straße hinaus, als es ohne Aufsehen möglich war, wor-auf er dann auf dem Fußwege durch das Gestrippe über den Hügel zudem Häuschen hinauf wandelte. Er hatte die Badeordnung, die er über-haupt schon vernachlässigte, auf die Seite gesetzt.
Da sich Vater und Tochter verwunderten, warum er denn heute sofrüh komme, konnte er eigentlich keinen Grund angcbcn. Maria blieb ge-rade darum, weil er da war, immer in der Stube. Als sie aber einmaldoch, um irgend ein häusliches Geschäft zu besorgen, hinaus ging, truger dem Vater sein Anliegen vor. Da sic wieder herein gekommen war,sagte dieser zu ihr: „Maria, unser Freund da, der uns in diesem Som-mer so oft und so nachbarlich besucht hat, begehrt Dich zn seinem Weibe —wenn Du nämlich selber, wie er sagt, recht gerne cinwilligst, sonst nicht."
Maria aber stand nach diesen Worten wie eine glühende Rose da.Sie war mit Purpur übcrgossen und konnte nicht ein einziges Wort her-vor bringen.
„Nun, nun, cs wird schon gut werden," sagte der Vater, „Dudarfst jetzt keine Antwort geben, cs wird schon alles gut werden."
Als sie auf diese Worte hinaus gegangen war, als Herr Tiburius,dem es beim Herausfahren nicht eingefallen war, daß er Belege überseine Person mitnehmcn müsse, zn dem Vater gesagt hatte, er werde ihmalles, was ihn und seine Verhältnisse angehe, bringen, in so ferne er cshier habe, und um das Fehlende werde er sogleich schreiben, als er sichhierauf bald entfernt hatte, und der Vater zu Maria, die auf dem hin-tern Gartenbänkchcn saß, hinaus gegangen war, sagte diese zu ihm:„Lieber Vater, ich nehme ihn recht, recht, recht gerne; denn er ist so gut,wie gar kein einziger anderer ist, er ist von einer solchen rechtschaffenenArtigkeit, daß man weit und breit mit ihm in den Wäldern und in derWildniß herum gehen könnte, auch trägt er nicht die närrischen Gewän-