Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
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der, wie die andern in dem Badeorte, sondern ist so einfach und geradehin gekleidet, wie wir selber: aber das Einzige fürchte ich, ob cs dennwird möglich sei», ich weiß nicht, wer er ist, ob er ein Häuschen odersonst etwas habe, womit er ein Weib erhalten könne, und als ich in demBadeorte war, und um ihn fragte, vergaß ich gerade um solche Dinge zufragen/'

Sei wohl über diese Sache ruhig," antwortete der Vater,er istja die ganze Zeit, da er uns bef uchte, so eingezogcn und redlich gewesen,seine Worte waren verständig und einleuchtend und immer sehr höflich.Er wird daher doch nicht um ein Weib anhaltcn, wenn er nicht hätte,was sich ziemt. Der Mensch kann mit Wenigem zufrieden sein, so wiemit Vielem."

Maria war durch diese Worte überzeugt und beruhigt.

Als am andern Tage Tiburius kam, sagte ihm der Vater gleich beimEintritte, daß Maria cingcwilligt habe. Tiburius war voll Freude dar-über, er wußte gar nicht, was er thnn und was er nur beginnen solle.Erst in der nächsten Woche, als ihm Maria selber, da sie auf der Gassen-bank saßen, sagte, daß sic ihn mit großer, großer Freude zum Mannenehme, legte er heimlich, ehe er fort ging, ein Geschenk auf den Tisch,das er schon mehrere Tage mit sich in der Tasche herum getragen hatte.

Es war ein Halsband mit sechs Reihen der erlesensten Perlen, welcheschon durch viele Alter her ein Schmuck der Frauen seines Hauses gewe-sen waren. Er hatte, da er im Frühlinge kam, das Schmuckkästchen mitsich in das Bad genommen, und cs lagen noch mannigfaltige andereSachen darin, die er nur erst fassen und umändern lassen mußte, um siedann seiner Braut als Zierde geben zu können.

Maria kannte den großen Werth dieser Perlen nicht, aber sie hatteeine weibliche Ahnung, daß sie viel werth sein müssen das Einzigeaber wußte sie mit Gewißheit, daß sie ihr, als sie sie einmal umgcthanhatte, unsäglich schön und sanft um den Hals stünden.

Inzwischen waren die Beweise und Belege über alle seine Verhält-nisse angekommen, und er legte sie dem Vater vor. Auch hatte er in derZeit sehr schöne Stoffe in das Häuschen geschickt. Maria hatte darausKleider verfertigen lassen, aber alle in der Art und in dem Schnitte, wiesie dieselben bisher getragen hatte. Er hatte ihr nichts vorgeschriebe»,sondern hatte seine Freude daran, und da sie angezogen war, fuhr er mit