Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
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Mädchen, „sein Geld muß man ja selbst bei sich haben, und selbst kaufenund zahlen; dann braucht man keinen Andern und keine Rechnung/'

„Das ist wohl wahr," sagte Tibnrius, „und Du hast Recht, abercs ist auch schon so Sitte geworden/'

„Eine Sitte, die närrisch ist," antwortete das Mädchen, „würde ichgar nicht mehr befolgen."

Sv gingen sie nnter verschiedenen Fragen und Antworten fort. Siegingen eine geraume Weile in dem Walde. Endlich lichtete er sich, dieBäume standen dünner, Wiesen zeigten sich hie und da, und der Pfadlief durch dieselben hin, dem tiefer» Gebirge zu. A» einer schönen Stelle,wo Laubbäume standen, und mehrere sonncnbeglänzte Steine lagen, bogMaria von dem Pfade ab, und auf ein dünnes feines Weglcin, das übereine Matte hinauf ging, zeigend, sagte sie: „Hier geht man zu unseremHause hinauf, wenn Ihr mitkommen wollt, seid Ihr eingeladen."

„Ich gehe schon mit," antwortete Tiburius.

Sie schritt also voran, und er folgte. Da sic in Windungen, weildie Matte bedeutend steil war, nicht gar so weit gegangen waren, zeigtesich das Haus. Es stand in einer breiten bequemen Mulde des Abhan-ges, der in einem Halbkreise etwas weiter von dem Hause eine Stein-wand bildete, die das Haus von allen Seiten, außer der des Mittags,wohin die Fenster gingen, schützte. Darum war es auch möglich, daßviele Obstbäume um das Haus standen und ihre Früchte zeitigen konn-ten , während doch in der ganzen Gegend, und insbesondcrs in der Höhedieser Matte keine günstigen Bedingungen für Obst sind. Tiefer gegendie Wand hin standen auch Bienenstöcke. Der Größe nach gehörte dasHaus eher zu den kleineren der Art, wie sie gerne in jenem Theile derGebirge liegen. Maria ging voran über die Schwelle der offen stehendenHausthür, Tiburius ging hinter ihr. Sie führte ihn an der Küche, inwelcher eine Magd scheuerte, vorüber iu die Wohnstube, die von demdurch die Fenster herein fallenden Sonnenlichte hell erleuchtet war. Andem weißen buchenen Tische der Stube saß der Vater Maria's, der ein-zige Bewohner der Stube und des Hauses, da die Mutter des Mädchensschon lange gestorben war. Sic stellte das Erdbeerkörbchcn vorerst ineinen Winkel der Bank und rückte für Tiburius einen Stuhl zu demTiiche und lud ihn zum Sitzen ein, indem sie dem Vater erzählte, daß sieden Herrn da im Schwarzholze gefunden habe, und daß er mit ihr herauf