Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
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gegangen sei. Hierauf breitete sic ein weißes Tüchicin auf den Tisch,stellte drei Tellcrchen, für den Vater, für Tiburius und sich darauf, undbrachte dann die Erdbeeren, in eine bemalte hölzerne Schüssel geleert,herbei. Die Magd stellte auch Milch hin, mit welcher der Vater von denfür ihn gebrachten Früchten aß. Tiburius nahm nur äußerst wenig,und Maria sagte, daß sie sich ihren Antheil für Abends aufhebe.

Nachdem Tiburius eine Weile mit dem Manne, der noch gar nichtalt war, sondern an der Schwelle des Greisenalters stand, über verschie-denes geredet hatte, erhob er sich von seinem Stuhle, um fort zu gehen.Maria sagte, sie wolle ihn bis an die Straße geleiten, auf welcher erdann nur fort zu gehen brauche, um zu seinem Diener zu gelangen.

Das Mädchen führte ihn nun auf einem andern eben so feine»Wege über die Matte hinab. Sie bogen gleich unterhalb des Hausesum die Steinwand der Mulde und gingen an deren sanfter Außenseiteschräge hinab, gerade der Richtung entgegengesetzt, in der sie gekommenwaren. Nach einer kleinen Zeit kamen sie in die Tiefe das Thales, undin demselben eine Weile unter Gebüschen und Bäumen sortgehend, ge-langten sie auf die Straße.

„Wenn Ihr nun in dieser Richtung hi» fort geht," sagte sie, „somüßt Ihr an die Stelle kommen, wo Euer Diener steht, wenn Ihr näm-lich auf dem kleinen Pfade an der Andreaswand in das Schwarzholzhinein gegangen seid, und ihn dort an der Straße stehen gelassen habt."

„Ja, ich bin dort hinein gegangen," antwortete Tiburius.

„So lebt nun wohl, ich gehe nach Hause zurück. Weil Ihr viel-leicht gar nicht einmal in die Urselschläge hinüber finden würdet, so willich Euch dieselben zeigen, wenn Ihr übermorgen um zwölf Uhr-Läutenauf dein Steine auf mich warten wollt, wo Ihr mich heute angctroffenhabt. Ihr könnt Euch dann genug Erdbeeren pflücken; denn ich werdeEuch auch die Plätze zeigen, wo sie jetzt gerade am meisten sind."

„Ich danke Dir recht schön, Maria," antwortete Tiburius, „daßDu mich beschenkt und nun hieher geführt hast, ich werde gewiß kommen."

„Nun so kommt," erwiedcrte das Mädchen, indem cs sich um-wandte, und schon unter den Gebüschen wieder davon ging.

Tiburius schritt auf der Straße in der bezcichneten Richtung fort.Er ging ziemlich lange, bis er endlich seinen Wagen und seine Leutestehen sah. Diese gaben, als er bei ihnen war, ihre Verwunderung zu