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Tiburius setzte sich also, um ihren Willen zu thun, nieder und hieltdas Steinschüsselchcn mit den Erdbeeren vor sich. Er nahm mit seinenFingern zuerst eine und aß sie, dann die zweite, dann die dritte, und soweiter. Das Mädchen stand vor ihm und sah ihm lächelnd zu. Als ernur mehr wenige hatte, sagte sie: „Nun, sind sie nicht gut?"
„Ja, sie sind vortrefflich," antwortete er, „Du hast die besten undgleichbedeutendsten zusammen gesucht. Aber sage nur, warum verkaufstDu denn keine Erdbeeren?"
„Weil ich durchaus keine verkaufe," crwicdertc sic, „ich suche sehrschöne und gute, und der Batcr und ich essen sie dann. Das ist so: derVater ist alt und wurde im vorigen Frühlingc krank. Der Badedoctorschaute ihn an, und gab ihm dann einige Dinge. Er muß 'ein närrischerMann sein, denn nach einer Zeit sagte er, der Vater solle nur viele Erd-beeren essen, er werde schon gesund werden. Was sollen denn Erdbeerenhelfen, dachte ich, sie sind ja nur ein Nahrungsmittel, keine Arznei.Weil man cs aber doch nicht wissen konnte, ging ich in den Wald undsuchte Erdbeeren. Der Vater aß sic gerne und ich nahm immer einenTheil mehr aus dem Walde mit, daß auch einige für mich blieben; dennich liebe sie auch. Der Vater ist schon lange gesund, ich weiß nicht, ha-ben cs die Erdbeeren gethan, oder wäre er cs auch ohne ihnen geworden.Weil sic aber so gut sind, so gehe ich noch immer, und suche uns einige."
„In dem Bade sind schon lange keine mehr zu haben, weil bereitsHerbst ist," sagte Tiburius.
„Wenn Ihr viele Erdbeeren wollt," crwicdertc das Mädchen-
„wie heißt Ihr denn, Herr?"
„Theodor heiße ich," antwortete Tiburius.
„Wenn Ihr in dieser Jahreszeit viele Erdbeeren wollt, Herr Theo-dor, fuhr das Mädchen fort, „so müßt Ihr in die Urselschläge hinübergehen; denn da werden sie erst im Spätsommer reif. Jetzt sind sic nochschön genug. Geht einmal hin und pflückt Euch einige. In andern Zei-ten sind sie wieder an andern Plätzen gut."
Tiburius war unterdessen mit allen seinen Erdbeeren fertig gewor-den , und er legte das Schüssclchcn mit den grünen Blättern neben sichauf den Stein.
„Ich habe an diesem Platze nur ein wenig gerastet, und gehe jetztfort," sagte das Mädchen.