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zu setzen und zu zeichnen, saß schon Jemand darauf, Tiburius hielt esvon ferne für ein altes Weib, wie sie immer auf Zeichnungsvorlagcu inWäldern herum sitzen, namentlich, weil er etwas Weißes auf dem Pfadeliegen sah, das er für einen Bündel ansah. Er ging gemach zu demDinge Hinz», Als er schon beinahe dicht davor stand, erkannte er seinenJrrthum. Es war kein altes Weib, sondern ein junges Mädchen, ihrerKleidung nach zu urthcilen, ein Baucrmädchcn der Gegend, Das grüneDach des Waldes, getragen von den unendlich vielen Säulen der Stämme,wölbte sich über sie und goß seine Dämmerung und seine kleinen Streif-lichter auf ihre Gestalt herab, Sic hatte ei» weißes Tuch um ihr Haupt,ein leichtes Dächelchen über der Stirne bildend, fast wie bei einer Ita-lienerin, Sic hatte ein hochrothes Halstuch um, auf dem Lichterchen,wie Flämmchen, waren. Das Mieder war schwarz, und den Schoßumschloß ein kurzes faltenreiches blau'wollenes Röckchen, daraus dieweißen Strümpfe und die groben mit Nägeln beschlagenen Bundschuhehervor sähe». Was Tiburius für einen Bündel angesehen hatte, warebenfalls ein weißes Tuch, das um ein flaches Körbchen geschlungenwar, um cs damit tragen zu können. Aber das Tuch konnte das Körb-chen nicht überall verdecken, sondern dasselbe sah an manchen Stellensammt seinem Inhalte heraus. Dieser Inhalt bestand in Erdbeeren.Es war jene Gattung kleiner würziger Walderdbeeren, die in dem Ge-birge den ganzen Sommer hindurch zu haben sind, wenn man sie nur angehörigen Stellen zu suchen versteht.
Als Herr Tiburius die Erdbeeren gesehen hatte, erwachte in ihmein Verlangen, einige davon zu haben, wozu ihu namentlich der Hunger,den er sich immer auf seinen Waldspaziergängcn zuzog, autreiben mochte.Er erkannte aus der Ausrüstung, daß das Mädchen eine Erdbcervcrkäu-ferin sei, wie sie gerne in das Bad kamen, und thcils an den Ecken undThüren der Häuser, thcils in den Wohnungen selber ihre Waare zumVerkaufe ausbietcn. Im Angesichte hatte er das Mädchen gar nicht un-geschaut, Er stand eine Weile in seinem grauen Rocke vor ihr, dannsagte er endlich: „Wenn Du diese Erdbeeren ohnehin zu Markte bringst,so thätest Du mir einen Gefallen, wenn Du mir auch gleich hier einenganz kleinen Theil derselben verkauftest, ich werde sie Dir gut zahlen,das heißt, wenn Du ans den Verkauf hinauf noch einen kleinen Weg mitmir zur Straße hinaus gehst, weil ich hier kein Geld habe,"