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kommen, auf das weiße Papier den geringsten Gegenstand zu entwerfen.Als er nun so oft seinen Waldsteig, auf dem er so viel gelitten hatte,aufsuchte, kamen ihm die Zeichenbücher und der Gedanke in den Sinn,daß er sie hieher mit nehmen und verschiedene Gegenstände nach derWirklichkeit versuchen und endlich gar Theile des Steiges selber aufzeich-nen könnte. Weil er mit gar Niemanden im Bade zusammen kam, sokonnte er seinen Gedanken um so leichter aussühren, da er durch keineGesellschaften und Verbindungen gehindert war. Er fuhr also mit einemBuche hinaus, und saß an der sonnigen Wand und zeichnete. Diesthat er öfter, die Gegenstände, die er nachbildcte, gefiele» ihm, und end-lich fuhr er unaufhörlich hinaus. Er ging nach und nach von den Stei-nen und Stämmen, die er anfänglich machte, auf ganze Abthcilungenüber, rückte endlich weiter in den Wald hinein und versuchte die Hell-dunkel. Besonders gefiel es ihm, wenn die Sonne feurig auf den schwar-zen Pfad schic» und ihn durch ihr Licht in ein Fahlgrau verwandelte,auf dem die Streifschatten der Bäume wie scharfe schwarze Bänder lagen.So bekam er schier alle Theile des dunkeln Pfades in sei» Zeichenbuch.Aber er zeichnete nicht blos immer, sondern ging auch herum, und ein-mal machte er den ganzen Weg wieder durch, den er zum ersten Male beiseiner Verirrung gemacht hatte.
Als Herr Tiburins schon lange kein Narr mehr war, wenigstenskein so großer als früher, glaubten doch noch alle Leute, daß er einer sei,indem nämlich einmal durch seinen Arzt sein Zeichenbuch zur Ansichtkam, und man darin die Seltsamkeit entdeckte, daß er ganz und gar lau-ter Helldunkel zeichne. Freilich muß ich hier auch bekennen, daß cs imgelindeste» Falle doch immer sonderbar war, daß er durchaus nirgendsanders hin, als zu seinem Waldstcige hinaus fuhr.
Bis hieher hatte Tiburius nie ei» menschliches Wesen auf seinemWege gesehen, aber endlich sah er auch ein solches und dasselbe wardentscheidend für sein ganzes Lebe».
Es lag ein schöner langer Stein an dem Pfade, er lag schier aufder Hälfte des Weges zwischen der Wand und der Glockcnwiese. Aufdiesem Steine war Tiburius oft gesessen, weil er an einem sehr schönentrockenen Plage lag, und weil man von ihm recht viele schlanke Stämme,herein blickende Lichter und abwechselnde Folgen von sanftem Dunkelsah. Als er eines Nachmittags gegen den Stein ging, um sich darauf
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