Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
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Zweig des Weges und durch ihn in den ferneren Wald, der ihn von sei-nen, Wagen ablenktc. Es erschien ihm unglaublich thöricht, wie er dasnicht auf der Stelle erkenne» und sehen hatte können. Heute war allesgar so klar. Er wußte nicht, daß es allen, die Wälder besuchen, so gehe.Jedes folgende Mal sind sic klarer und verständlicher, bis sie dem Be-sucher endlich zu einer Schönheit und Freude werden. Auch das sah erheute, daß er, als er sich einmal entschlossen hatte, immer ohne Umkehrfort zu gehen, er gerade jener Richtung des Pfades ciugcschlagcn hatte,welche von seinem Wagen weg führte, und daß er also zu den, Badezurück einen großen Bogen durch das Gebirge gemacht habe. Er gingeine Strecke auf dem Waldwege hinein, und erinnerte sich jetzt deutlichder Dinge, die er damals schon überall liegen und stehen gesehen hatte.Auf dem Rückwege waren sic noch freundlicher und bekannter als früher.Da er zu der Gabel des Weges gekommen war, ging er über die Steine,gelangte zu der Wand, die er jetzt zur Rechten hatte, und von derselbenzu dem Wagen. Er stieg ein und fuhr nach Hause.

Was Herr Tiburius dieses eine Mal gethau hatte, das versuchte ernun öfter. Ein ganz besonders schöner Herbst begünstigte ihn ausneh-mend ; schier immer stand die Sonne wolkenlos an einem milden freund-lichen Himmel. Tiburius ging stets weiter auf seinem Steige fort, erspürte keine Nachtheilc von diesen größeren Spaziergängen, ja cs warsogar, als nützten sic ihm: denn er war, wenn er weit gegangen war,wenn er au der warmen Stcinwand gesessen war, wenn er die Dinge umsich herum und an der Fläche des Himmels betrachtet hatte, viel heitererals sonst, er fühlte sich wohl, hatte Hunger und aß. Endlich brachteer es so weit, daß er, wenn er nicht ganz spät am Vormittage hinausfuhr, bis auf die Glockenwicse, wo er den Berg mit den Schncefelderuund das heraus brodelnde Wasser sah, und von da wieder zurück zu demWagen gehen konnte. Er hatte dies dreimal in einer Woche gethau.

Als Herr Tiburius die Geschichtsmalerci in Oel aufgegebcn hatte,war er auf etwas Kleineres verfallen, nämlich auf das Zeichnen, um sichmit demselben manche angenehme Stunde zu machen, er hatte sich nachseiner Art gleich mehrere sehr vorzügliche Zeichenbücher angcschafft; aberer hatte während seiner Arzneistudicn und da er so krank war, keinen Strichin diese Bücher gezeichnet. In das Bad hatte er auch die Geräthschaftendes Zeichnens mit gebracht, war aber ebenfalls bis jetzt nicht dazu ge-