zuschreibt, ging er nun, da er ihn betrachtet hatte, viel langsamer, alssaust seine Art war.
„Da seid Ihr durch das Schwarzholz gegangen, wenn Ihr nämlichüber die Glockenwiese zu dem Wasser herab gekommen seid," sagte er.
„Ja, ich bin über eine Wiese, die rund und steil, wie eine Glockewar, zu diesem Wasser herab gestiegen," antwortete Herr Tiburins.
„So — so —," sagte der Mann darauf, „da gehen die Leutenicht gerne herauf, weil cs so wild ist, und darum wußtet Ihr nicht, woIhr seid."
„Ja, ja," antwortete Herr Tiburins, „und wer seid denn Ihr, daßJbr da so gegen die Nacht hin in diesem Graben heraus gehet?"
„Ich bin ein Holzknccht," sagte der Mann, „und gehe heute nuraus Zufall hier heraus, weil ich dem Gcwerkmcister in der Zuder eineBotschaft bringen muß. Da habe ich mein Geräthe mitgenommen, daßich cs schärfe; denn mein Haus steht nur eine halbe Stunde Non da links.Wir hauen in den Holzschlägen, die etwa sechs Stunden oberhalb desPlatzes liegen mögen, an dem ich Euch getroffen habe. Jetzt gehen wirimmer am Montage hinauf und am Samstage herab. Sonst bleiben wirauch zuweilen einige Wochen oben. Ich habe heute noch bis Nachmittaggeholfen, dann bin ich herabgcstiegcn."
„Und wann geht Ihr wieder hinauf?" fragte Tiburius.
„Ich bleibe heute bei meinem Weibe," sagte der Holzknecht, „danngehe ich morgen um drei Uhr früh in die Inder zu dem Gcwcrkmeister,und non ihm wieder zurück in den Holzschlag, daß ich den Nachmittagnoch zur Arbeit habe."
„Das thut Ihr alles in einem Tage," sagte Tiburius, „und dauertes so das ganze Jahr fort?"
„Im Winter ist cs leichter," antwortete der Holzknecht, „da sindwir im Thale, und oft wird nur bei dem Fuhrwerke die Zeit hiu ge-bracht."
„So, so," antwortete Herr Tiburius, indem er neben dem Mannemühsam einhcrging.
Derselbe erzählte ihm noch mehrercs von seinem Handwerke, wie siees betreiben, wie sie nebstbei in den Hochgebirgen leben, und welche Ge-fährlichkeiten und Abenteuer sich dabei ereignen. Unter diesen Wortenkamen sie immer weiter, bis sich, so viel man in der bereits eingetretencn