Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
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heuerlichkeit dieses Wagestückes nicht so ungeheuer vor, weil ja auch dieMönche einmal über den Orla in die Hul gestiegen sind, und noch dazuim Winter; aber das bedachte er nicht, daß die Mönche Männer waren,die das Gebirge kannten, er aber ein Jüngling sei, der in diesen Dingengar keine Erfahrung besitze. Aber wie lockend auch alle diese Vorspiege-lungen sein mochten, so konnte er doch keiner derselben eine Folge geben,weil er dem Oheime versprochen hatte, bis zu dem nothwendigen Tageda zu bleiben und dieses Versprechen wollte er halten. Darum kamer von dem Schwimmen immer wieder unter dem Bohlenthore herein.

Außer dem Schwimmen brachte er die andere Zeit mit anderen Din-gen hin. Er hatte jede und alle Stellen des cingeschlofsenen Raumesschon besucht und kennen gelernt. Er wurde nun auf das Gehen undKommen der Lichter auf den Bergen aufmerksam, und erkannte nach undnach die Schauer der Farben, die über sie gingen, wenn gemach die Tages-zeiten wechselten, oder wenn die Wolken schneller an der blanken Decke desHimmels hin liefen. Oder er horchte durch die todten Lüfte, wenn er sosaß, wenn die Sonne am Mittage stand, oder eben am Bergrande untcr-gegangen war, ob er denn nicht das Gebetglöcklcin der Hul Horen könne denn auf der Insel war wirklich weder der Schlag einer Thurmuhrnoch der Klang einer Glocke zu vernehmen: aber er hörte niemal etwas,denn die grüne dichte Baumwand des größeren Theiles der Insel warzwischen seinem Ohre und dem Klange, den er damals Abends so schönan dem Felsenufer gehört hatte. Es waren nach lange dauerndenSternnächten denn Victor war zur Zeit des abnehmenden Mondesgekommen endlich auch sehr schöne Mondnächte erschienen. Victor öff-nete da gerne seine Fenster, und sah, da er von Menschen geschieden war,das zauberhafte Flimmern und Glitzern und Dämmern auf See und Fels-wänden, und sah die schwarzen vom Lichte nicht getroffenen Blöcke mittenin dieser Flirrwelt wie Fremdlinge schweben.

Mit Christoph und der alten Magd, wenn sie ihm begegneten, redeteer kein Wort, weil er es nicht für würdig hielt, da er schon mit demHerrn nicht spreche, mit seinen Dienern Reden zu wechseln.

So ging die Zeit nach und nach dahin.

Eines Tages, als er gegen fünf Uhr über den Blumenplatz gegendas Bohlenhaus zu schritt, um zu schwimmen, und wie gewöhnlich denarmen Spitz an der Schnur hinter sich Herzog, redete ihn der Oheim, der