Mehrere Tage damach, als er mit dem Oheime den seltsame» Aus-tritt gehabt hatte, ging er einmal in das Bohlenhaus hinab, um sich,wie er cs öfters gethan hatte, mehrere Theile seines Körpers in dem er-quickenden Wasser zu waschen. Als er auf den letzten Stufen so saß,und, um sich abzukühlen, vor sich hin schaute, bemerkte er in der Tiefedes Wassers, weil ein ganz besonders schöner Tag war, oder weil er jetztüberhaupt alles schärfer beobachtete, daß einer der Bohlenzähnc des Tho-res, die in das Wasser hinab ragten, kürzer sei, als die andern, und soeine Lücke bilde, durch die man vielleicht mittelst Tauchen in den See hin-aus gelangen könne. Er beschloß auf der Stelle den Versuch zu machen.Zu diesem Zwecke ging er in seine Stube und holte sich sei» Schwimm-kleid. Da er mit demselben zurück gekommen war, sich ausgckühlt undentkleidet hatte, ging er der größeren Tiefe des Wassers zu, legte denKörper längs der Fläche, tauchte vorsichtig, schwamm vorwärts, hob dasHaupt und war außer den Bohlen. Selbst den Spitz, welchem er dieSchnur abgcnommen hatte, konnte er, weil er schlank war, zwischen denBohlen zu sich hinaus bringen. Nun schwamm er freudig in großenKreisen aufwärts und abwärts des Bohlenthores in dem liefen See her-um. Der Spitz neben ihm. Als seine Kraft gesättigt war, näherte ersich wieder der Bohlenlücke, tauchte, und kam unter die Kahnpflöcke undunter das Boblcnhans hinein. Er kleidete sich nach diesem Bade an, undging fort. Das that er nun alle Tage. Wenn die größte Hitze sich mil-derte, ging er in das Schiffhaus, machte sich schwimmgerccht, undschwamm, so lange cs ihm gefiel, außer dem Bvhlenthore herum.
Es fiel ihm wohl in dieser Zeit ein, daß er seine Kleider nebst einemBorrathe von Brod durch die Bohlen hinaus schaffen, und sie an eineSchnur gebunden schwimmend hinter sich her ziehen könnte, bis er dasnächste herein gehende Ende der Anschlußmauer umschwommen hätte.Dort könnte er aussteigcn, in einem Verstecke die Kleider trocknen und siedann anziehen. Es würde doch möglich sein, wenn das Brod nur aus-hielte , eine Zeit zu erwarten, in der man ein auf dem See fischendesSchiffchen herzu rufen könnte. Ja selbst das fiel ihm in Zeitpunkten dererregteste» Einbildungskraft ein, daß er mit einiger Anstrengung seinerKörperkräfte und mit Aufrufung seines Geistes von der Insel etwa bis anden Orlaberg hinüber schwimmen könnte, wo er sich dann durch Kletternund Wandern in die Hul hinüber finden müßte. Es kam ihm die Unge-